Suche

Vatican News
Papst Franziskus bei der Frühmesse Papst Franziskus bei der Frühmesse  (Vatican Media)

Frühmesse: Die schleichende Apostasie des Herzens...

Vor dem langsamen Abfallen vom Glauben, sozusagen einem „Fall mit Betäubung“, hat Papst Franziskus in seiner Frühmesse an diesem Donnerstag gewarnt. In der Casa Santa Marta teilte Franziskus seine Überlegungen zur Tageslesung aus dem 1. Buch der Könige, in dem es um den Niedergang von König Salomon geht, mit den anwesenden Gläubigen.

Debora Donnini - Vatikanstadt

Der Papst fand ein einprägsames Bild dafür, was es bedeutet, langsam, fast unmerklich in die Sünde abzugleiten: Einen „Sturz mit Betäubung“ nennt Franziskus das. Der biblische Bericht erzähle uns von der Apostasie Salomons, der dem Herrn nicht treu geblieben sei, erläuterte Franziskus. Denn seine Frauen hätten „sein Herz verführt“, um andere Götter zu verehren. Salomon sei jedoch zunächst ein „guter Junge“ gewesen: Das sehe man daran, dass er Gott auf dessen Frage hin nur um Weisheit gebeten habe.

Zum Nachhören

Zur Zeit Salomons sei es gestattet gewesen, mehr als eine Frau zu haben. Das bedeute natürlich nicht, dass man ein „Weiberheld“ sein sollte, so Franziskus mit einem Augenzwinkern. Salomon sei auch nicht deswegen zu Fall gekommen, weil er diese Frauen geheiratet habe, sondern vielmehr, weil sie fremde Götter verehrten und er nichts dagegen tat. Der König „ließ alles durchgehen und hörte auf, den einzigen Gott zu verehren“, so brachte es Franziskus auf den Punkt. Durch sein Herz, das seinen Frauen allzu zugetan war, sei das Heidentum in sein Leben eingetreten.

„Eine langsame Apostasie“

Und dieser weise Junge sei schließlich so tief gesunken, dass Gott ihm den Bund aufkündigt habe. Doch dies, so erläuterte Franziskus, sei nicht ein Prozess von einem Tag auf den anderen gewesen, „es war eine langsame Apostasie“. Auch wenn sein Vater, König David, „mindestens zweimal schwerst gesündigt hatte“, so habe David doch sofort um Vergebung gebeten und sei dem Herrn treu geblieben bis zum Schluss. „Er war heilig, und Salomon ist nicht heilig“, so die Schlussfolgerung des Papstes. Obwohl der Herr ihm so viel gewährt hatte, habe er sich von ihm abgewandt. Keine „einmalige Sünde“ sei das gewesen, sondern ein langsames „Abrutschen“:

„Die Frauen machten sein Herz abtrünnig, und der Herr maßregelte ihn: ‚Du hat dein Herz abgewandt‘. Und das geschieht auch in unserem Leben. Niemand von uns ist ein Krimineller, niemand von uns begeht so schwere Sünden, wie David es mit der Frau des Uriah gemacht hatte. Aber wo liegt dann die Gefahr? Sich langsam abrutschen lassen. Denn das ist ein Sturz mit Betäubung. Du merkst es nicht, aber langsam gleitet man ab, man relativiert die Dinge und man verliert die Treue zu Gott. Diese Frauen waren aus anderen Völkern, sie hatten andere Götter, und wie oft vergessen wir den Herrn und treten in Verhandlungen mit anderen Göttern: dem Geld, der Eitelkeit, dem Stolz. Das geschieht schleichend, und ohne die Gnade Gottes verliert man alles.“

„Man kann nicht gut mit Gott und zugleich mit dem Teufel auskommen“

Dieses „langsame Abrutschen” bedeute in unserem Leben ein Abrutschen hin zur Weltlichkeit – so schlug Franziskus den Bogen in die heutige Zeit.

„Das machen doch alle, aber nein, kein Problem, ja, das ist vielleicht nicht ideal, aber…“, so zählte der Papst einige der üblichen Einwände auf. „Diese Worte, die uns rechtfertigen, aber zu dem Preis, die Treue zum einzigen Gott zu verlieren. Das sind moderne Götzen! Denken wir an die Sünde der Weltlichkeit. Das Ursprüngliche des Evangeliums verlieren. Das Ursprüngliche des Wortes Gottes, die Liebe dieses Gottes zu verlieren, der sein Leben für uns hingegeben hat. Man kann nicht gut mit Gott und zugleich mit dem Teufel auskommen.“

Denn das, so fuhr Franziskus fort, bedeute doch eigentlich, weder Gott noch dem Teufel wirklich treu zu sein. Es sei nötig, Gott um die Gnade zu bitten, innezuhalten, wenn wir merkten, dass das Herz anfange, abzurutschen:

„Denken wir an diese Sünde Salomons! Denken wir daran, wie dieser weise Salomon gefallen ist, der durch Gott gesegnet war mit all dem, was sein Vater David ihm hinterlassen hat. Denken wir daran, wie er langsam gefallen ist, abgestumpft auf dieses Götzentum, diese Weltlichkeit zu, und wie ihm sein Reich genommen wurde. Bitten wir den Herrn um die Gnade, zu verstehen, wann unser Herz beginnt, schwach zu werden und abzurutschen, um innezuhalten. Es werden seine Gnade und seine Liebe sein, die uns stoppen, wenn wir dafür beten.“

(vatican news - cs)

13 Februar 2020, 12:41
Alles lesen >