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Franziskus bei der Frühmesse Franziskus bei der Frühmesse  (Vatican Media)

Frühmesse: Teufel sät Hass, wie er es zu Zeiten der Nazis tat

Es ging mal wieder um den Teufel: Papst Franziskus behandelte in seiner Predigt bei der Frühmesse in der Casa Santa Marta die Erste Lesung aus dem Buch der Weisheit und betonte, dass der „Große Lügner“ durch den Neid auf Jesus, der Mensch geworden ist, versuche, die Menschheit zu zerstören.

Mario Galgano und Alessandro Di Bussolo - Vatikanstadt

Zunächst einmal eine Tatsache: Der Teufel existiert und durch seinen Neid auf den Sohn Gottes, der Mensch wurde, sät er Hass in der Welt, der Tod bringt. Das bekräftigte Papst Franziskus in seiner Predigt in der Morgenmesse in der Päpstlichen Residenz Santa Marta. Er ging auf den Abschnitt aus dem Buch der Weisheit (Weish 2:23-3:9) ein, den die Tagesliturgie in ihrer Ersten Lesung vorstellt. Der Papst analysierte den ersten Vers, in dem der Prophet daran erinnert, dass Gott „den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und ihn zum Bild seines eigenen Wesens gemacht“ habe, doch durch den Neid des Teufels „kam der Tod in die Welt und ihn erfahren alle, die ihm angehören“.

Zum Nachhören

Franziskus erklärt, dass „der Neid dieses mächtigen Engels, der die Fleischwerdung des Herrn nicht akzeptieren wollte“, ihn dazu veranlasst habe, „die Menschheit zu zerstören“. Und so komme Negatives in das Herz der Menschen und zwar Eifersucht, Neid und Konkurrenzdenken, listete der Papst auf. Stattdessen sollten sich alle Menschen „als Geschwister, die in Frieden leben könnten“ betrachten. So beginne aber mit dem Teufel „der Kampf und der Wunsch, zu zerstören“.

Papst Franziskus stellte dann einen fiktiven Dialog mit den Gläubigen vor: „Aber, Pater - ich vernichte niemanden“. „Nein? Und was ist mit dem Geschwätz, das du verbreitest? Warum redest du über jemand anderen? Damit zerstörst du ihn“. Und er zitierte den Apostel Jakobus: „Die Zunge ist eine wilde Waffe, sie tötet“. „Das Geschwätz tötet, Verleumden tötet“, stellte Franziskus fest. Und weiter ging er auf das fiktive Gespräch ein: „Aber, Pater, ich wurde getauft, ich bin ein praktizierender Christ, wie kann ich zum Mörder werden?“ Die Antwort, so der Papst, sei, dass „in uns ein Krieg tobt“. „Kain und Abel waren Brüder, aber die Eifersucht, der Neid des einen hat den anderen zerstört“, erinnerte Franziskus. Und dies sei die Realität: man müsse sich nur die Nachrichtensendungen anschauen, da gehe es um Krieg und Zerstörung, um Menschen, die an Krankheiten oder durch Kriege sterben.

Papst erinnerte an Berliner Mauer und Nazi-Zeit

Hierbei erinnerte der Papst an Deutschland und den Jahrestag des Mauerfalls, aber auch an die Nazis, die „Folterung all jener, die nicht zur ,reinen Rasse´ gehörten“ - und andere Schrecken des Krieges:

„Dahinter steckt jemand, der uns dazu bewegt, diese Dinge zu tun. Das ist es, was wir über die Versuchung sagen. Wenn wir zur Beichte gehen, sagen wir zum Herrn: „Vater, ich hatte diese Versuchung, diesen anderen, diesen anderen....“. Es geht um jemanden, der dein Herz berührt, damit du den falschen Weg gehst. Jemand, der Zerstörung in unseren Herzen sät, der Hass sät. Und heute müssen wir es klar sagen, es gibt so viele Hassstifter in der Welt, die zerstören.“

„Viele Male - kommentierte der Papst weiter - denke ich, dass Nachrichten ein Abbild des zu zerstörenden Hasses sind: da geht es um Angriffe, Kriege“. Es sei leider wahr, dass „viele Kinder an Hunger, an Krankheiten sterben“, weil sie kein Wasser, keine Bildung, keine Gesundheitseinrichtungen haben. Doch der Grund sei einfach: es läge an dem Geld, das zur Herstellung der Waffen benötigt würde, die das Ziel verfolgen, zu zerstören. „Das ist es, was in der Welt geschieht, aber auch in unserer Seele, in meiner, in deiner“, so der Papst. Und da käme der Teufel ins Spiel. Er säe den „Samen des Neides, des Hasses“. „Und was ruft den Neid des Teufels hervor?, fragt der Papst. Die Antwort laute: die menschliche Natur, also das Leben an sich.

„Und weißt du, warum? Weil der Sohn Gottes einer von uns geworden ist. Der Teufel kann das nicht dulden, er kann es einfach nicht tolerieren.“

Und dann zerstöre er. Das sei die Wurzel der Kriege, des Hungers, allen Übels auf dieser Welt, fuhr Franziskus fort.

„Ich möchte, dass jeder von uns heute über Folgendes nachdenkt: Warum gibt es heute so viel Hass auf der Welt? In Familien, die sich manchmal nicht versöhnen lassen, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, in der Politik..... Da ist der Sämann des Hasses am Werk. Denn der Neid des Teufels ist in die Welt eingedrungen, wie einige sagen: Aber Pater, der Teufel existiert doch nicht, da gehe es einfach nur um das Böse allgemein... Aber das Wort Gottes ist da ganz klar, denn der Teufel nahm es Jesus übel, lest das Evangelium, ob wir glauben oder nicht, da steht es ganz klar geschrieben.“

Abschließend rief Franziskus die Gläubigen auf, zum Herrn zu beten, „damit unsere Herzen im Glauben an Jesus Christus, seinen Sohn, wachsen“. Man dürfe nicht vergessen, dass der Herr „unsere menschliche Natur angenommen hat“, „um mit unserem Fleisch zu kämpfen und in unserem Fleisch den Teufel und das Böse zu überwinden“.

(vatican news)

12 November 2019, 11:59
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