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Dienstagmorgen in Santa Marta Dienstagmorgen in Santa Marta  (Vatican Media)

Papst Franziskus: Heuchelei ist die Sprache des Teufels

Jesus toleriert Heuchelei nicht und nennt die Pharisäer „weiß getünchte Gräber". Daran erinnert Papst Franziskus in seiner Predigt bei der Messe am Dienstagmorgen in der Casa Santa Marta. Wir müssen uns von der Heuchelei befreien und das Heilmittel dafür ist, sich selbst vor Gott anklagen zu können: Wer nicht wisse, wie man das macht, sei „kein guter Christ", mahnt Franziskus.

Claudia Kaminski und Adriana Masotti - Vatikanstadt

Im Evangelium heißt es, Jesus wurde von einem Pharisäer eingeladen, der ihm vorwarf, die rituellen Waschungen vor dem Essen nicht eingehalten zu haben. Doch Jesus, so erläutert der Papst, kann Heuchelei nicht ertragen und nennt die Pharisäer oft Heuchler. Für ihn sei es keine Beleidung, so Franziskus, sondern die Wahrheit. Denn „von außen scheinen sie perfekt,“ betonte der Papst, „aber innen sieht es ganz anders aus“. Franziskus erinnerte, dass „die heuchlerische Haltung von dem großen Lügner, dem Teufel, kommt". Er ist der „große Heuchler“ und die Heuchler sind seine „Erben“.

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Heuchelei ist ein Gift, das tötet

„Heuchelei ist die Sprache des Teufels, sie ist die Sprache des Bösen, die in unsere Herzen dringt und vom Teufel gesät wird. Man kann nicht mit scheinheiligen Menschen zusammenleben, aber es gibt sie. Es gefällt Jesus, Heuchelei offenzulegen. Er weiß, dass es genau diese heuchlerische Haltung sein wird, die ihn in den Tod führen wird, denn der Heuchler denkt nicht darüber nach, ob er legale Mittel einsetzt oder nicht, er macht weiter. Brauchen wir Verleumdung? Lasst uns falsche Gerüchte streuen. Ein falscher Zeuge? Suchen wir einen falschen Zeugen.“

Zwar könnten manche einwenden, dass es bei ihnen keine solche Heuchelei gebe, das zu glauben, sei jedoch ein großer Fehler, fuhr Franziskus fort.

„Heuchlerische Sprache, ich will nicht sagen, dass sie normal ist, aber sie ist üblich, alltäglich. Sich auf die eine Weise zeigen, aber anders zu sein. Im Kampf um Macht lassen dich zum Beispiel Neid, Eifersucht auf die eine Art erscheinen, und im Inneren ist tödliches Gift, denn Heuchelei tötet immer - früher oder später.“ 

Das Heilmittel ist die Selbstanklage

Es sei notwendig, sich von dieser Haltung zu befreien. Was aber sei das Heilmittel, stellte Franziskus eine seiner rhetorischen Fragen. Die Antwort sei, sich selbst vor Gott anzuklagen, so der Papst.

„Wir müssen lernen, uns selbst anzuklagen: ‚Ich habe das, glaube ich, auf eine schlechte Art und Weise getan... Ich bin neidisch, ich würde jenen gerne zerstören....‘ Was in uns ist, sagen wir es uns selbst, vor Gott. Dies ist eine geistliche Übung, die nicht weitverbreitet ist, sie ist nicht üblich, aber versuchen wir, es zu tun: uns selbst zu beschuldigen, unsere Sünden, unsere Heuchelei, unsere Bosheit des Herzens - denn der Teufel sät die Bosheit - zu sehen und zum Herrn zu sagen: ‚Schau, Herr, wie ich bin‘, und es mit Demut zu sagen.“

Petrus erkannte, dass er ein Sünder war

Lasst uns lernen, uns selbst anzuklagen, wiederholte Franziskus und fügte hinzu, dass es vielleicht ein bisschen zu heftig sei, das zu sagen, aber „ein Christ, der nicht weiß, wie man sich selbst anklagt, ist kein guter Christ“ und laufe Gefahr in Heuchelei zu verfallen. Wir sollten an das Gebet des Petrus denken, der zum Herrn gesagt habe: Geh weg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch.

(vatican news)

15 Oktober 2019, 10:58
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