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Santa Marta: Papst Franziskus bei der Frühmesse an diesem Dienstag. Santa Marta: Papst Franziskus bei der Frühmesse an diesem Dienstag.  (Vatican Media)

Papst Franziskus in Santa Marta: Gott verlangt keine Gegenleistung

Das christliche Leben bedeutet Dienst. Ein Dienst, der so unentgeltlich ist wie die Gnade, die Gott uns schenkt. Daran erinnerte Papst Franziskus an diesem Dienstag in seiner Predigt bei der Frühmesse im vatikanischen Gästehaus Santa Marta.

Silvia Kritzenberger – Vatikanstadt

Ausgehend vom Passus des Tagesevangeliums, der von der Aussendung der zwölf Jünger berichtet (Mt 10,7-13), erläuterte Franziskus, was Christsein auch für uns heute bedeuten muss: Ein Leben im Zeichen des Dienstes. Nicht umsonst habe Jesus seinen Jüngern gesagt: „Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe! Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!“.

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Die christliche Sendung ist Dienst

„Beim christlichen Leben geht es ums Dienen,“ brachte Franziskus die Worte Jesu auf den Punkt. „Es ist traurig, Christen zu sehen, die zwar am Anfang – wenn sie erkennen, Christen zu sein – offen sind für den Dienst, letztendlich dann aber dazu übergehen, dem Volk Gottes nicht mehr zu dienen, sondern sich seiner ‚zu bedienen‘. Das fügt dem Volk großen Schaden zu! Unsere Berufung ist es, zu dienen, und nicht, sich der anderen zu bedienen.“

“ Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben ”

Das Heil könne man nicht kaufen, betonte der Papst, Gott lasse uns nicht bezahlen. Und deshalb dürften auch wir von den anderen nie eine Gegenleistung verlangen. Schließlich habe Jesus gesagt: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.“

„Wie schön ist es doch zu wissen, dass der Herr so viele Gaben für uns bereit hält,“ stellte Franziskus fest. „Er bittet nur um eines: dass wir unser Herz öffnen. Wenn wir Vater unser sagen, öffnen wir unsre Herzen, sind aufgeschlossen für die Unentgeltlichkeit. Es gibt keine Beziehung zu Gott, die nicht von dieser Unentgeltlichkeit geprägt wäre. Wenn wir eine Gnade erbitten wollen, sagen wir manchmal: ‚Ich werde jetzt fasten, ich werde Buße tun, eine Novene beten.... ‘. Doch aufgepasst: Es geht hier nicht um eine Gegenleistung; darum, sich eine Gnade zu ‚erwerben‘; es geht darum, dass wir unsere Herzen weit machen, damit die Gnade Einzug halten kann. Die Gnade ist umsonst.“

Alle Gaben Gottes seien umsonst, betonte Franziskus. Doch oft würden wir unsere Herzen in unserer Kleingläubigkeit verschließen, uns unfähig machen, seine unentgeltliche Liebe zu empfangen. Dabei müssten wir gar nicht versuchen, uns Gott mit Versprechungen „gewogen“ zu machen. Mit Gott müsse man nicht „handeln“.

Der Stolperstein der „Gegenleistung“...

„In unserem geistlichen Leben gibt es immer wieder den Stolperstein der „Gegenleistung“, führte Franziskus aus. „Sogar wenn wir mit dem Herrn sprechen, klingt das oft nach Bestechung. Und das darf nicht sein! Wir dürfen nicht sagen: Herr, wenn du mir diesen Gefallen tust, gebe ich dir dies oder jenes. Es geht darum, das Herz weit zu machen, um das zu empfangen, was ohnehin schon da ist, unverdient. Gerade diese Beziehung der Unentgeltlichkeit zu Gott ist es, die diese Unentgeltlichkeit überall Einzug halten lässt: in unser christliches Zeugnis, in den christlichen Dienst, in das pastorale Leben derer, die Hirten des Volkes Gottes sind.“

Abschließend fasste Franziskus den Kern seiner Predigt noch einmal wie folgt zusammen:

„Auf dem Weg. Christliches Leben bedeutet, vorwärts gehen. Predigen, dienen, nicht sich anderer bedienen. Dient und gebt umsonst, was ihr selbst umsonst erhalten habt. Möge unser Leben der Heiligkeit unsere Herzen weit machen, damit die Unentgeltlichkeit Gottes, die Gnaden Gottes, die Er uns schenken will, Einzug halten kann in unser Herz.“

(vatican news)

 

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11 Juni 2019, 12:23
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