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Papst Franziskus bei der Frühmesse in Santa Marta an diesem Donnerstag Papst Franziskus bei der Frühmesse in Santa Marta an diesem Donnerstag  (Vatican Media)

Papst in Santa Marta: Die Umkehr zum Herrn kann nicht warten

Wir dürfen uns nicht von unseren Leidenschaften beherrschen lassen, die Umkehr zu Gott nicht auf morgen verschieben. In seiner Predigt bei der Frühmesse im vatikanischen Gästehaus Santa Marta lud Papst Franziskus zu einer täglichen Gewissenserforschung, da niemand von uns wisse, „wie und wann sein Leben enden wird.“

Silvia Kritzenberger – Vatikanstadt

Keiner von uns wisse, wann seine letzte Stunde gekommen sei, gab Franziskus zu bedenken. Darum müssten wir jeden Tag so leben, als sei es der letzte. Man solle also jeden Tag Gewissenserforschung betreiben; sich fragen, was man getan und was man unterlassen hat. Als Orientierungshilfe empfahl der Papst die Anregungen aus dem Buch Jesus Sirach: die Sammlung von weisheitlichen Sprichwörtern, in denen der Autor seine Leser zu einem gottgefälligen Leben ermahnt. Ermahnungen, wie sie ein Vater an seinen Sohn, der Großvater an den Enkel weitergebe, erklärte Franziskus:

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“ Wenn du nicht in der Lage bist, deine Leidenschaften zu beherrschen, dann werden sie dich beherrschen ”

„Folge nicht deinem Instinkt, indem du den Leidenschaften deines Herzens nachgibst. Wir alle haben Leidenschaften. Aber aufgepasst: Man muss sie zügeln. Leidenschaften sind an sich keine schlechten Dinge, sie geben uns den nötigen Ansporn, der uns viele gute Dinge tun lässt. Aber wenn du nicht in der Lage bist, deine Leidenschaften zu beherrschen, dann werden sie dich beherrschen. Und das darfst du nicht zulassen!“

Die Umkehr zum Herrn kann nicht warten

Angelehnt an den Vers vom gewalttätigen Frevler, der am nächsten Tag schon nicht mehr zu finden war, betonte Franziskus die Relativität des Lebens: „Er war nicht mehr da. Ich suchte ihn, doch er war nicht mehr zu finden“ (Psalm 36). Keiner von uns sei ewig, betonte der Papst. Und man dürfe sich nicht darauf verlassen, dass die Barmherzigkeit Gottes grenzenlos sei und dies als Rechtfertigung dafür benutzen, einfach so weiterzumachen wie bisher:

„Sei nicht so vermessen, so tollkühn, zu meinen, es ginge dir gut. Sag dir nicht: Ah, ich bin bisher immer ganz gut durchgekommen, und das wird ewig so weiter gehen… Du bist vielleicht bisher immer gut durchgekommen, aber du hast keine Garantie, dass das ewig so weitergehen wird,“ gab der Papst zu bedenken. „Sag nicht: Gottes Barmherzigkeit ist groß, er wird mir meine Sünden vergeben – und so mache ich einfach weiter, was ich will… Der letzte Rat des Vaters, des „Großvaters“ lautet nicht umsonst: Warte nicht damit, dich zum Herrn zu bekehren, warte nicht damit, dein Leben zu ändern, dein Leben zu vervollkommnen, dein Unkraut auszumerzen – wir alle haben es: wirf es weg. …Warte nicht damit, dich zum Herrn zu bekehren, verschieb es nicht von einem Tag auf den anderen – wenn der Zorn des Herrn entbrennt, wird es nämlich plötzlich sein.“

Fünf Minuten am Ende des Tages

Abschließend gab Franziskus noch folgenden praktischen Rat:

„Betreiben wir jeden Tag ein bisschen Gewissenserforschung, um uns zum Herrn zu bekehren. Sagen wir uns: Morgen werde ich versuchen, dass das eine oder andere nicht wieder passiert. Es passiert dann vielleicht nur ein bisschen weniger, aber du hast es schon einmal geschafft, dich selbst zu beherrschen, nicht von deinen Leidenschaften beherrscht zu werden, denn keiner von uns weiß, wie und wann sein Leben enden wird. Diese fünf Minuten am Ende des Tages werden uns helfen, in uns zu gehen und den Sinneswandel, die Bekehrung zum Herrn, nicht zu verschieben. Möge der Herr uns mit seiner Weisheit lehren, auf diesem Weg durchs Leben zu gehen.“

(vatican news)

 

 

 

28 Februar 2019, 12:55
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