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Wahlplakate auf dem Boden Wahlplakate auf dem Boden 

Gysi: Fürchte mich vor Gesellschaft ohne Religion

Der Linken-Politiker Gregor Gysi fürchtet nach eigener Aussage eine Gesellschaft ohne Religion. Die Linke könne Moralnormen formulieren, aber sie habe nicht die Kraft, sie allgemein verbindlich zu machen, sagte Gysi – „ich selbst glaube nicht an Gott“ - in der Livesendung „Der Sonntags-Stammtisch“ im BR-Fernsehen.

„Wenn wir nicht die Bergpredigt hätten, hätten wir überhaupt keine allgemein verbindliche Moral.“ Natürlich richteten sich die Leute nicht danach. Aber deshalb hätten sie zu Weihnachten auch ein schlechtes Gewissen. Christinnen und Christen spendeten dann ganz viel, und die Nichtchristen spendeten „vor Schreck“ gleich mit.

Doch mit dem Bekanntwerden des sexuellen Missbrauchs sei ein Bruch gekommen, führte Gysi weiter aus. „Wenn Du eine solche Moral über die Bergpredigt in die Gesellschaft hinein interpretierst und selber zulässt, dass unschuldige Kinder, die ja keine Abwehrmittel dagegen haben, sexuell missbraucht werden, bringst Du alles durcheinander, wofür du gestanden hast.“

Was hier passiere, ergänzte die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch, wirke sich letztlich auf die Gesamtgesellschaft aus. Nachdem viele Menschen schon zunehmend das Vertrauen in die Politiker verloren hätten, gelte dies nun auch für eine weitere Institution.

(kna - cs)

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23. Januar 2022, 16:34