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Kardinal Woelki verurteilt Angriff auf 18-jährigen Juden in Köln

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki verurteilt den vermutlich antisemitischen Angriff auf einen 18-Jährigen vom Wochenende. „Es ist beschämend, dass antisemitisches Gedankengut und Gewalt gegen unsere jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger noch immer an der Tagesordnung sind“, schrieb Woelki auf Facebook.

„Als Kirche und als Gesellschaft haben wir eine besondere Verantwortung dafür, dass sich unsere jüdischen Schwestern und Brüder in unserer Stadt und in unserem Land sicher fühlen können“, so Woelki. In Köln war am Freitagabend ein 18-Jähriger, der die jüdische Kopfbedeckung Kippa trug, bei einem Angriff schwer verletzt worden. Wie die Kölner Polizei mitteilte, war der Mann in einem Park von einer Gruppe Heranwachsender antisemitisch beleidigt, geschlagen und getreten worden. Zudem sei ihm die Kippa vom Kopf gerissen worden. Der 18-Jährige habe dabei unter anderem einen Bruch des Jochbeins erlitten und sei inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Beamte nahmen laut Polizei einen 18- und einen 19-Jährigen vorläufig fest, die an dem Überfall beteiligt gewesen sein sollen. Weil die beiden sich nicht zum Tatgeschehen hätten äußern wollen, seien sie mangels Haftgründen wieder entlassen worden. Der polizeiliche Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

Die Ursachen bekämpfen

Vor Woelki hatten bereits andere Religionsvertreter Stellung bezogen. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, schrieb auf Twitter: „Wenn jüdisches Leben nur versteckt in unserem Land möglich ist, dann hat es keine Zukunft. Harte Strafen gegen die Angreifer sind jetzt das Mindeste.“

Auch der Kölner katholische Stadtdechant Robert Kleine forderte auf dem kirchlichen Internetportal domradio.de, mit aller Härte des Gesetzes gegen die Täter vorzugehen. Außerdem müsse „das Gift in den Köpfen der Menschen, das zu solchen Übergriffen führt“, entschieden bekämpft werden. Als katholische Kirche, als christliche Kirchen und als Stadtgesellschaft müsse man immer wieder klarmachen: „Wir stehen an der Seite der Jüdinnen und Juden. Wir stehen an der Seite derer, die beschimpft werden aufgrund ihres Glaubens, und sagen ganz klar: Das darf nicht sein!“

(kna – mg)

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23. August 2021, 13:06