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Vatican News

LIVE heute: Online-Festival „Lieder für die Schöpfung“ (Canzoni per il creato)

Der junge indische Ordensmann Sandesh Manuel ruft mit seinem Song „Listen to the wind“, der diesen Samstag beim Festival „Lieder für die Schöpfung“ (ab 19 Uhr) zu hören sein wird, zu mehr Achtsamkeit für die Umwelt auf.

Anne Preckel - Vatikanstadt

„In meinem Video geht es darum, dass wir aufmerksam dafür werden sollten, wie wir diese Umwelt betrachten und was unsere Beziehung zu dieser Welt ist. Diese Welt ist unsere Mutter und wir sollten sie mit Aufmerksamkeit und als etwas Heiliges behandeln“, so Sandesh Manuel über die Botschaft seines Songs.

Listen to the wind“ wird beim online durchgeführten Festival „Lieder für die Schöpfung“ zu hören sein – es ist eine der zahlreichen Veranstaltungen der Laudato si-Woche, die das gleichnamige Motto-Jahr beschließt, das Papst Franziskus vor einem Jahr eröffnete. Der Vatikan will damit weltweit Aktionen, Gebete und Netzwerke fördern, die sich dem Schutz der Schöpfung verschreiben.

Hier im Audio

Von Bangalore nach Wien  

Der in Österreich lebende Pater nimmt auf Vorschlag der Franziskaner-Kurie in Rom an der Laudato si-Woche teil. Musik hat den gebürtig aus Bangalore stammenden Franziskaner sein Leben lang begleitet und ist für ihn Gelegenheit, seine Berufung lebendig und mit Leidenschaft zu leben, wie er im Interview mit Radio Vatikan auf sympathische Weise deutlich macht.

„Ich habe mit 17 Jahren angefangen, Gitarre zu lernen, habe mir das selbst beigebracht. Musik hat meine Berufung begleitet: Ich hatte da Höhen und Tiefen – das ist normal als Ordensmann und in einer Berufungsgeschichte. Ich bin 2009 in Bangalore zum Priester geweiht worden. Ich habe Musik verwendet in der Liturgie, bei der Arbeit mit Kindern und in Sommercamps, und das ist sehr gut angekommen!“

Auf Einladung der österreichischen Franziskaner begann Pater Manuel ein Musikstudium in Wien, wo er heute Pop und Jazzgesang studiert. In seiner Musik verbindet er spirituelle und universelle Fragen mit Lebenssituationen aus dem Alltag, die Videos zu seinen Songs produziert der versierte Social Media-Kommunikator selbst. Dazu lädt er auch gerne mal Mitbrüder ein, so performten für das „Listen to the wind“-Video Franzikaner aus allen Herren Ländern eine Art „Ode“ an die Schöpfung.

Das Musikvideo zu "Listen to the wind" von P. Sandesh Manuel

Belebte Schöpfung

„Wir haben in Indien den Gedanken, dass alles Leben hat, auch die Dinge, die nicht atmen oder die keine Zellen haben“, antwortet Sandesh auf die Frage, was er aus seiner Heimat in die Laudato si-Woche einbringen will. Mit seinem Wirken als Ordensmann und Musiker sieht sich der junge Mann auf einer Linie mit dem heiligen Franz von Assisi, dem Namensgeber des amtierenden Papstes:

„Ich bin ein Franziskaner, ein stolzer Franziskaner, ein Nachfolger des heiligen Franz von Assisi! Der heilige Franz von Assisi hat eine ganz besondere Beziehung zur Schöpfung gehabt, die für ihn Gottes Werk war. Und wir – wir sollten diese Schöpfung als unseren Bruder, unsere Schwester sehen, so wie Franziskus die Sonne und den Mond Schwester und Bruder nannte.“

Ob Songs über Liebe und Gemeinschaft, Raps zur Hochzeit oder Taufe oder musikalische Neuauflagen zeitloser Gebete wie des Sonnengesangs: als singender Franziskaner begeistert Sandesh nicht nur junge Katholiken, die sich von ihrer Kirche manchmal mehr Lebendigkeit wünschen, sondern zieht auch Menschen in seinen Bann, die der Institution nicht unbedingt nahe stehen, sich aber gerne eines besseren belehren lassen wollen.

Musik transportiert seine Botschaft

„Ich verwende Musik, um eine Botschaft zu teilen. Die Kirche spricht teils nicht dieselbe Sprache der Jugend heute, da gibt es eine Distanz. Und ich möchte mit meiner Musik, mit Raps und Popsongs, zeigen, dass so etwas auch christlich ist und eine Botschaft hat. Ich komme ins Gespräch mit Leuten, die nichts mit der Kirche zu tun haben, ich verwende oft Humor, ich lache und tanze, möchte auch zeigen, dass ich meine Berufung genieße – wenn ich beten kann, kann ich auch lachen! Ich rappe, aber ich meditiere auch, will zeigen, dass wir Ordensleute normale Leute sind mit Gefühlen und Humor.“

Die Motto-Woche beschließt das Laudato sì-Jahr, das am 16. Mai 2020 gestartet war. Zahlreiche Initiativen im Zeichen der Nachhaltigkeit hat es weltweit dazu gegeben, um Grundgedanken der 2015 veröffentlichten Umwelt-Enzyklika des Papstes Laudato sì in die Tat umzusetzen. Zum Start des Motto-Jahres hatte es bereits eine erste Laudato si-Woche gegeben. Papst Franziskus hatte die das Jahr abschließende, zweite Laudato si-Woche am Sonntag eröffnet.

(vatican news – pr)

20 Mai 2021, 12:53