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Vatican News
In einer Fischfabrik in Albanien In einer Fischfabrik in Albanien  (AFP or licensors)

D: Kirchen begrüßen Lieferkettengesetz

Die politische Einigung auf das Lieferkettengesetz, das deutsche Unternehmen zum Schutz von Menschenrechten und Umweltstandards auch im Ausland verpflichtet, findet die Zustimmung der katholischen wie der evangelischen Kirche.

Die Verabschiedung des Lieferkettengesetzes noch in dieser Legislaturperiode sei „ein wichtiger und notwendiger Schritt, um den Schutz von Menschenrechten und Umwelt nicht nur in Deutschland, sondern weltweit zu stärken“, hieß es in einer Aussendung des Leiters des Katholischen Büro in Berlin, Karl Jüsten, und des Bevollmächtigten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, Prälat Martin Dutzmann vom Freitag.

Bereits im vergangenen Jahr hätten über 250 Bischöfe weltweit gefordert, die Menschenrechte entlang der Lieferketten effektiv zu schützen und die Rechte der Betroffenen zu wahren, erklärte Prälat Jüsten. Den von Unternehmer- und Industrieverbänden geäußerte Einwand, das Lieferkettengesetz benachteilige deutsche Firmen gegenüber solchen in anderen Industrieländern, entkräfteten Jüsten und Dutzmann mit dem Hinweis, Deutschland folge mit dem Gesetz dem Beispiel europäischer Nachbarländer wie der Niederlande und Frankreichs. Auch die Europäische Kommission arbeite aktuell an einer einheitlichen, europäischen gesetzlichen Regelung zum Schutz von Umwelt und Menschenrechten entlang der Lieferketten.


„Gerade wir Deutschen profitieren von der globalisierten Wirtschaft und genießen die Möglichkeiten, die damit einhergehen“, erläutert Prälat Dutzmann. „Es liegt deshalb auch in unser aller Verantwortung, den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt weltweit zu gewährleisten“, ergänzt Prälat Jüsten. „Die positiven Anreize, die sowohl wir als Verbraucher als auch die Unternehmen hierfür setzen können, dürfen wir nicht unterschätzen.“

Nach dem Willen des deutschen Entwicklungsministers Gerd Müller (CSU) soll das Lieferkettengesetz europaweit Schule machen. „Die Europäische Union sollte nun auf Grundlage der deutschen Regelung einen Vorschlag für die Einhaltung der Menschenrechte in allen europäischen Lieferketten machen", sagte Müller der „Augsburger Allgemeinen". Das Gesetz werde Millionen Kindern und Familien in Entwicklungsländern bessere Lebenschancen und Zukunftsperspektiven geben. Aktuell würden weltweit mehr als 70 Millionen Kinder in Minen, Textilfabriken oder auf Kaffeeplantagen ausgebeutet. „Die Botschaft des Lieferkettengesetzes ist: Jeder Mensch hat das Recht auf ein Leben in Würde", sagte der Entwicklungsminister. 

(pm – gs)

29 Mai 2021, 09:58