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Rettungswagen in Kiew Rettungswagen in Kiew 

D: Bischöfe mahnen zu Solidarität bei weltweiter Verteilung von Impfstoffen

In der Pandemie haben wohlhabende Staaten die Pflicht, den Menschen weltweit Zugang zu Medikamenten und Impfstoffen zu ermöglichen. Das halten mehrere deutsche Bischöfe, die mit Fragen der internationalen Zusammenarbeit befasst sind, in einer gemeinsamen Erklärung fest.

Die Solidarität mit Menschen in ärmeren Ländern sei nicht nur ein Gebot der Nächstenliebe, sondern auch der Vernunft, so die Bischöfe. Die Pandemie werde in Deutschland erst dann überwunden sein, wenn sie weltweit besiegt ist: „Auch deshalb ist es von größter Bedeutung, alles dafür zu tun, dass Impfstoffe so rasch wie möglich in allen Ländern eingesetzt werden können“, heißt es in der Erklärung. „Es ist ein Gebot der Solidarität, weltweiter Geschwisterlichkeit und des wohlverstandenen Eigeninteresses gleichermaßen.“

Die Bischöfe verwiesen auf Menschen in Entwicklungsländern und Migranten in Lagern oder unterwegs, die den Risiken einer Covid-Erkrankung bisher oft schutzlos ausgesetzt seien. „Neben der Frage der Menschlichkeit ist es auch eine Frage der Vernunft, sie zeitnah zu impfen, denn dort, wo sich Viren ungehindert und in großer Zahl verbreiten, werden weitere Mutationen auftreten, die wiederum auf Europa zurückwirken können. Daher rufen wir dazu auf, mehr und schneller Impfstoffe für die wirtschaftlich am wenigsten entwickelten Länder bereitzustellen, um den Schutz für alle zu stärken.“

Unternehmen sollten erwägen, im Sinn ihrer Verantwortung für das Gemeinwohl Patente und Know-How zur Herstellung von Impfstoffen zu teilen. Die Weltgesundheitsorganisation habe dazu eine Datenbank angelegt. Damit in kurzer Zeit mehr Impfstoff zur Verfügung stehen kann, brauche es zudem Vereinbarungen und Zusammenarbeit zwischen Herstellern, möglichen Produzenten und anderen Kooperationspartnern.

„Alle sind wir dazu aufgerufen, gemeinsam zu rudern“

Die Erklärung ist von drei deutschen Bischöfen unterzeichnet: dem Erzbischof von Bamberg Ludwig Schick, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, dem Bischof von Essen Franz-Josef Overbeck, Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen, und dem Bischof von Hildesheim Heiner Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Sie erinnerten an die Worte von Papst Franziskus, der angesichts der weltweite Notlage die Menschheit dazu aufrief, sich wieder auf Zusammenhalt zu besinnen. Das Kirchenoberhaupt hatte das Bild vom selben Boot, in dem alle sitzen, verwendet: „Alle sind wir dazu aufgerufen, gemeinsam zu rudern, alle müssen wir uns gegenseitig beistehen“, so Papst Franziskus bei seiner Andacht vom 27. März 2020 auf dem Petersplatz. Dieser Auftrag sei heute „nicht nur im eigenen Land, sondern in internationaler Zusammenarbeit zu realisieren“, so die deutschen Bischöfe.

(pm/vatican news – gs)

12 Mai 2021, 14:26