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Bei einem „Segnungsgottesdienste für Liebende“ in Köln Bei einem „Segnungsgottesdienste für Liebende“ in Köln  (ANSA)

D: „Segnungsgottesdienste für Liebende“ in einigen Kirchen

In mehr als 100 katholischen Kirchen Deutschlands finden dieser Tage, überwiegend an diesem Montag, „Segnungsgottesdienste für Liebende“ statt. Die Feiern stehen ausdrücklich auch homosexuellen Paaren offen.

Die Initiative reagiert auf ein Schreiben der Glaubenskongregation vom 15. März, in dem es hieß, die Kirche habe keine Vollmacht, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. Priestern sei es daher nicht erlaubt, gleichgeschlechtlichen Paaren, die um eine Art religiöse Anerkennung ihrer Verbindung bitten, den Segen zu spenden.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hatte die Feiern vorab wenig hilfreich genannt. Segnungsgottesdienste seien „nicht als Instrument für kirchenpolitische Manifestationen oder Protestaktionen geeignet“, teilte der Bischof von Limburg vor zwei Wochen mit. Das Nein der Glaubenskongregation zum Segen für homosexuelle Paare sieht Bätzing allerdings kritisch: „Wir brauchen eine Neubewertung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und eine Weiterentwicklung der kirchlichen Sexualmoral“, befand der Vorsitzende der Bischofskonferenz nach dem Erscheinen des Dokuments.

Unter den Initiatoren der Segnungsfeiern unter dem Titel „Liebe gewinnt“ sind Priester, Diakone und Ehrenamtliche. „Wir werden Menschen, die sich auf eine verbindliche Partnerschaft einlassen, auch in Zukunft begleiten und ihre Beziehung segnen“, erklärte der Würzburger Studentenseelsorger Burkhard Hose, der die Aktion im März ins Rollen brachte. „Wir feiern die Vielfalt der verschiedenen Lebensentwürfe und Liebesgeschichten von Menschen und bitten um Gottes Segen. Ganz ohne Heimlichkeit“, hieß es auf einer eigens eingerichteten Webseite. Die meisten Segnungsgottesdienste finden im Großraum Hessen und im Nordwesten Deutschlands statt.

Die Antwort der vatikanischen Glaubenskongregation zur Unzulässigkeit von Segnungen für homosexuelle Paare in der katholischen Kirche hatte in der Weltkirche unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Überwiegend kritische Stellungnahmen kamen aus Deutschland und Belgien. Reaktionen aus Afrika hingegen würdigten die Klarstellung der Glaubenskongregation.

Die Kongregation für die Glaubenslehre unterstrich, ihre Erklärung betreffe nicht nur homosexuelle Paare, sondern alle Verbindungen, die die Ausübung der Sexualität außerhalb der Ehe beinhalten. Einzelpersonen mit homosexuellen Neigungen hingegen können den Segen empfangen, ebenso wie alle, die den Willen bekunden, nach den geoffenbarten Plänen Gottes zu leben.

(vatican news - gs)

10 Mai 2021, 14:44