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Irakische Studenten Irakische Studenten  (ANSA)

D: „Kirche in Not“ finanziert Stipendien für Studenten im Irak

Das internationale Hilfswerk „Kirche in Not“ startet ein neues Großprojekt im Irak. In den kommenden vier Jahren finanziert es Stipendien für 150 Studenten und Studentinnen der Katholischen Universität in Erbil (CUE), der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan. Das teilte „Kirche in Not“ in München mit.

Das Stipendienprogramm habe einen Umfang von 1,5 Millionen Euro. Projektpartner sei der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, der einer der Gastgeber von Papst Franziskus bei seiner am Freitag beginnenden Irakreise ist.

Nach den Worten von Warda ist die CUE ein Leuchtturm und ein Symbol der Hoffnung. Die Hilfe sei ein starkes Zeichen der Solidarität mit den Christen und allen anderen Minderheiten in der Region. An der dortigen Universität, der einzigen im Irak, die von der katholischen Kirche getragen wird, studierten Christen, Muslime und Jesiden. Sie biete mehrere Studiengänge an, unter anderem Architektur und Bauingenieurwesen. Aktuell seien 170 Studierende immatrikuliert; die Erzdiözese Erbil plane einen weiteren Ausbau der Studienplätze.

Die meisten sind Binnenflüchtlinge

Die Studentenschaft besteht laut Mitteilung zu 54 Prozent aus Frauen und 46 Prozent aus Männern. 72 Prozent von ihnen seien Christen, 10 Prozent Muslime und 18 Prozent Jesiden. Bei den meisten der Studierenden handele es sich um Binnenvertriebene und Flüchtlinge aus allen Teilen des Irak, von denen viele auf finanzielle Unterstützung angewiesen seien.

„An der Katholischen Universität von Erbil lernen junge Menschen unterschiedlichen Glaubens, miteinander zu leben und zu arbeiten“, erklärte Thomas Heine-Geldern, geschäftsführender Präsident von „Kirche in Not“. Damit werde ein Beitrag zum sozialen Zusammenhalt und zur Versöhnung geleitet. Im kurdischen Teil des Irak halte, wie im ganzen Land, die Unsicherheit an. Schuld daran sei auch die angespannte wirtschaftliche Lage, so Heine-Geldern. Die Uni sei ein entscheidendes Projekt, um die Christen zum Bleiben zu ermutigen. Wenn diese die Möglichkeit hätten, eine gute Ausbildung zu bekommen, würden sie nicht emigrieren.

(kap/pm – mg)

05 März 2021, 09:58