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Am 24. Januar lag in Köln Schnee Am 24. Januar lag in Köln Schnee 

D: Kölner Weihbischof geht auf Diözesanrat zu

Der Kölner Weihbischof Ansgar Puff geht auf den Diözesanrat des Erzbistums zu. „Ich kann das sehr gut verstehen“, sagte er zu der Kritik des Rates an der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln.

„Das sind aufrechte Christen, das sind engagierte Katholiken“, so Puff im Domradio über die Mitglieder des Diözesanrats. „Aber ich glaube wirklich, dass der Kardinal aufklären will und aufklären wird.“ Der Rat hat seine Mitarbeit an der Pfarreireform im Erzbistum ausgesetzt.

Der Weihbischof räumte in Sachen Missbrauchs-Aufarbeitung „Kommunikationsfehler“ ein, „vielleicht auch Fehler bei der Vergabe des Gutachtenauftrages“. Wörtlich sagte er: „Das gebe ich alles zu. Aber ich bin sicher und überzeugt, dass der Kardinal aufklären will und möchte. Und ich denke, dass viele im Diözesanrat auch so denken.“

„Wir müssen das entzerren“

Der Diözesanrat hatte letzte Woche bei einer Sitzung gefordert, das Münchner Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln zu veröffentlichen. Das lehnt Kardinal Rainer Maria Woelki von Köln wegen „methodischer Mängel“ des Gutachtens ab. Stattdessen hat das Erzbistum von einer Kölner Kanzlei ein neues Gutachten erstellen lassen, das am 18. März veröffentlicht werden soll.

Puff bittet darum, das neue Gutachten abzuwarten. Zur Entscheidung des Diözesanrats, die Mitarbeit an der Pfarreireform auszusetzen, äußerte er: „Ich persönlich finde das sogar richtig. Wir müssen das entzerren. Wir dürfen beide Themen auf gar keinen Fall zeitlich so nah aneinanderbringen.“ Mit den „beiden Themen“ sind die Pfarreireform und die Missbrauchs-Aufarbeitung gemeint.

„Natürlich wird hinter den Kulissen in den Arbeitsgruppen weitergearbeitet“

Auch Woelki habe ja vor kurzem beschlossen, in der Debatte zur Pfarreireform bis Juni eine Denkpause einzulegen. Der Beschluss des Diözesanrats gehe „in dieselbe Richtung“, urteilte der Weihbischof. „Natürlich wird hinter den Kulissen in den Arbeitsgruppen weitergearbeitet“, so Puff. Jetzt sei es wichtig, dass alle Beteiligten miteinander redeten – „ohne den Wunsch, den anderen irgendwie niederzumachen“.

(domradio – sk)
 

01 Februar 2021, 10:26