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Michael Landau Michael Landau 

Österreich: Caritas fordert weltweite Corona-Bildungsoffensive

Es braucht dringend eine weltweite Covid-19-Bildungsoffensive, damit Kinder trotz Konflikten, Krisen und Katastrophen lernen können. Mit diesem Appell hat Caritas-Präsident Michael Landau die diesjährige Caritas-Kinderkampagne eröffnet. Landau äußerte sich im Rahmen eines Online-Pressegesprächs.

In seinem Redebeitrag sagte Caritas-Präsident Landau wörtlich: „Es ist die Verantwortung der Regierungen, Ungleichheit und Armut, die durch die Pandemie verschärft werden, entschieden zu bekämpfen, mit dem Ziel, kein Kind zurückzulassen“.

Zum Nachhören - was Caritas-Österreich-Präsident Landau zur Bildungsoffensive sagt

Die Pandemie verursache Bildungslücken und habe Auswirkungen auf das Leben jedes Kindes weltweit. Doch die langfristigen negativen Folgen würden vor allem die ärmsten Länder betreffen und dort wiederum jene Kinder, die unter den schwierigsten Bedingungen aufwachsen, so Landau. Ein Drittel der Schulkinder weltweit - in absoluten Zahlen 463 Millionen - hätten durch die Pandemie keinen Zugang mehr zu Bildung, schlug der Caritas-Präsident Alarm.

Laut UNICEF könnten durch die Pandemie weltweit rund 150 Millionen Kinder zusätzlich verarmen. Ihnen werde der Zugang zu Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser und Hygiene erschwert. Und zum ersten Mal in der Geschichte sei die Bildung einer ganzen Generation unterbrochen.

Ein Aspekt, der wenig beachtet wird: Für unzählige Kinder ist der Schulbesuch die einzige Möglichkeit auf eine warme Mahlzeit am Tag. So müssten nun für 368,5 Millionen Kinder in 143 Ländern weltweit, die bisher über Schulspeisungsprogramme ernährt wurden, neue Wege gefunden werden, um diesen Mangel auszugleichen.

Der Caritas-Präsident bekräftigte deshalb auch einmal mehr seine langjährige Forderung, wonach es eine Erhöhung der österreichischen Entwicklungshilfeausgaben auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens brauche, um Armut und Ungleichheit schon im Kindesalter zu beenden. Erste Schritte seien bereits geschehen, dieser Weg müsse aber konsequent fortgesetzt werden, so Landau.

Welttag der Bildung

Am 24. Januar wird der Welttag der Bildung begangen. Die Bilanz zum Stichtag falle dramatisch aus: In 188 Ländern weltweit gebe es Schulschließungen. 1,6 Milliarden Kinder und Jugendliche seien davon betroffen. Zwei Drittel davon erhielten Fernunterricht über Radio, Fernsehen oder Internet. Aber: „Im Hinblick auf den Welttag der Bildung ist es alarmierend, dass ein Drittel der Kinder gar keinen Zugang mehr zu Bildung hat und nur 30 Prozent der ärmsten Länder auf Fernunterricht umgestellt haben“, warnte Andreas Knapp, Caritas-Auslandshilfechef im Rahmen des Pressegesprächs.

(kap – mg)

23 Januar 2021, 10:04