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Pater Hans Langendörfer Pater Hans Langendörfer  (Ralph Sondermann / VISUM)

Langendörfer: „Ich erkenne keinen Masterplan“

Der bisherige Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Jesuitenpater Hans Langendörfer, ist besorgt über die Polarisierung in der katholischen Kirche in Deutschland.

Misstrauen und Argwohn

Derzeit würden „oft fast apokalyptische Bilder vom drohenden Niedergang und einer Selbstabschaffung der Kirche an die Wand geworfen“, sagte Langendörfer in einem Interview mit der Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“, das am Donnerstag bekannt wurde.

„Misstrauen und Argwohn prägen den Umgang miteinander, leider auch Bereitschaft zur Intrige. Ich habe solche Spannungen nachhaltig erlebt und neige inzwischen dazu, sie als unüberwindbar einzuschätzen.“

Kein Masterplan

„Es ist alles zu komplex“

Langendörfer war 24 Jahre lang Sekretär der Bischofskonferenz. Zur Zukunft der Kirche äußerte er: „Ich erkenne keinen Masterplan und würde mich hüten, wohlfeile Konzepte zu verkünden. Es ist alles zu komplex.“ Im Verhältnis zwischen „Zentralität und Dezentralität kirchlichen Glaubens und Lebens“ sei aus seiner Sicht wohl eine „Reform“ notwendig.

Der Jesuit nannte in dem Interview fünf Bereiche, die für die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland wichtig seien: Schutz des Lebens, Glaube in einem säkularen Umfeld, das Verhältnis zur Weltkirche und zu Rom, die politische Mitwirkung der Kirche und die Ökumene.

Am 6. Januar dieses Jahres hat Pater Langendörfer sein Amt als Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz niedergelegt.

(pm – sk)
 

21 Januar 2021, 11:25