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Gedenk-Vigil in Wien für die Opfer des Terrorattentats vom Montag Gedenk-Vigil in Wien für die Opfer des Terrorattentats vom Montag  (AFP or licensors)

Ö: Religionen vereint bei Gedenkmarsch für Terroropfer von Wien

Vertreter der verschiedenen Religionen haben bei einem gemeinsamen Gedenkmarsch der Opfer des Wiener Terroranschlags gedacht. Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn sagte: „Wer Österreich liebt, der spaltet es nicht.“

An dem Marsch durch die Wiener Innenstadt zu den Tatorten des Terroranschlags vom Montag beteiligten sich neben Kardinal Schönborn der Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister, der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural, der orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) und der evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka. Auch Imame sowie muslimische Religionslehrerinnen und Religionslehrer, der reformierte Landessuperintendent Thomas Hennefeld, der methodistische Superintendent Stefan Schröckenfuchs, der Wiener evangelische Superintendent Matthias Geist, der Präsident der buddhistischen Religionsgesellschaft, Gerhard Weißgrab, und Bischofskonferenz-Generalsekretär Peter Schipka waren dabei. Gemeinsam gedachten sie alle in Stille der Opfer des Anschlags. Die verschiedenen Religionen setzten so am Donnerstag in Wien ein Zeichen ihrer Verbundenheit und ihres Zusammenhalts angesichts des Terrors.

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Die Vertreter der verschiedenen Religionen beim Gedenkmarsch vom Donnerstag
Die Vertreter der verschiedenen Religionen beim Gedenkmarsch vom Donnerstag

Schulterschluss der Religionen

„Das ist Österreich. Wer Österreich liebt, spaltet es nicht. Wir müssen uns gegen alle Tendenzen wehren, die versuchen, in die Bevölkerung einen Keil zu treiben. Die Menschen im Land sind dankbar für Gerechtigkeit, Wohlstand und dass die Menschen zusammenhalten. Und das darf nicht gefährdet werden."

„Wir müssen uns gegen alle Tendenzen wehren, die versuchen, in die Bevölkerung einen Keil zu treiben“

So brachte Kardinal Schönborn das Anliegen des Gedenkens auf den Punkt. Wenn Einzelne ein Verbrechen begehen, dann müsse das auch als Verbrechen dieser Einzelnen gesehen werden, betonte der Kardinal am Rande der Kundgebung. Man dürfe nicht ganze Gruppen oder die Gesellschaft dafür verantwortlich machen. 

Gemeinderabbiner rief zum Gedenkmarsch

 

Die Initiative zu dem kurzen Gedenkmarsch ging von Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister aus. Wenn Hass, Hetze und Gewalt im Namen von Religion ausgeübt werden, müssten Reiligonsvertreter die Ersten sein, die dies verurteilten und klar machten, „dass es so etwas nicht gibt; es gibt keinen Hass und keine Gewalt im Namen Gottes", sagte er. Auch die Vertreter der anderen Religionen betonten erneut, das Ziel des Terrors sei Spaltung und Hass. Es sei nun besonders wichtig zu zeigen, „dass Religionen nicht gegeneinander stehen, sondern sich miteinander für das Wohl und den Frieden in dieser Stadt und diesem Land einsetzen", erklärte der reformierte Landessuperintendent Hennefeld.

(kap - sst)

06 November 2020, 11:00