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Schweizer Armee in Zeiten von Corona Schweizer Armee in Zeiten von Corona  (AFP or licensors)

Schweiz: Auch Armeeseelsorger leisten Corona-Dienst

Die Schweizer Armee unterstützt Krankenhäuser im Kampf gegen das Coronavirus. Mit dabei seien auch Armeeseelsorger. Sie betreuten die Soldatinnen und Soldaten, wie das Nachrichtenportal „kath.ch“ berichtet.

Die Armeeseelsorge sei verantwortlich für die seelsorgerliche Betreuung der Truppe, sagt Hauptmann Samuel Schmid gegenüber „kath.ch“. Schmid leitet den Einsatz der Armeeseelsorge. Aktuell kümmerten sich die Armeeseelsorger auch um die Soldatinnen und Soldaten, die in zivilen Krankenhäusern „Assistenzdienst“ leisten würden, um das dortige Pflegepersonal zu entlasten.

Hilfe in Einzelgesprächen

„Für die Armeeseelsorge ist der aktuelle Einsatz nicht ein Sonderfall“, sagt Schmid. Die eingesetzten Armeeseelsorger begleiteten wie schon in der ersten Corona-Welle die Armeeangehörigen. Das Wirkungsfeld der Seelsorger seien die Truppenunterkünfte.

„Die Seelsorger stehen für Einzelgespräche zur Verfügung.“

„Wenn die verschiedenen Teams nach ihren Schichten in die Unterkunft zurückkommen, stehen die Seelsorger für Einzelgespräche zur Verfügung“, erklärt der Hauptmann.

Corona-Kontrolle bei der Schweizer Armee
Corona-Kontrolle bei der Schweizer Armee

Spitäler haben eigene Seelsorger

Die Seelsorger begleiteten die Truppen nicht während ihres Einsatzes in den Spitälern, denn dort nähmen die Soldatinnen und Soldaten ganz spezifische Aufgaben wahr. Die Patienten und die Angehörigen der Patienten würden von den Spitalseelsorgenden begleitet.

Bereits sieben Kantone

Verschiedene Kantone hätten die Armee bereits um Unterstützung gebeten: Genf, Wallis, Waadt, Freiburg, Tessin und Bern. Auch Basel-Stadt habe unterdessen Hilfe angefordert.

„Diese Woche nimmt eine weitere Kompanie ihren Dienst auf.“

Die Armeeseelsorger rückten gleichzeitig mit den aufgebotenen Truppen ein. Bei der Aufbietung der Seelsorgenden müsse auf die sprachliche Komponente geachtet werden, betont Schmid.

Schweizer Armee in Zeiten von Corona
Schweizer Armee in Zeiten von Corona

Fünf Kompanien im Einsatz

Denn die Truppen seien in den drei großen Sprachregionen der Schweiz aktiv. Es wurde darauf geachtet, dass die Armeeseelsorgenden jeweils mit den Soldatinnen und Soldaten in ihrer jeweiligen Muttersprache reden können.

„Die Konfessionszugehörigkeit spielt keine ausschlaggebende Rolle.“

Pro Kompanie, die aufgeboten wurde, sei ein Seelsorger im Einsatz. Zurzeit seien vier Kompanien in der Schweiz in Krankenhäusern im Einsatz. Diese Woche nimmt eine weitere Kompanie für den Assistenzdienst ihren Dienst auf.

Zusätzliche Seelsorger

Zusätzlich würden noch zwei weitere Armeeseelsorger aufgeboten, die in Basel und im Tessin zum Einsatz kämen. Ebenfalls stünde der Dienstchef der Armeeseelsorger der Territorialdivision 1 im Einsatz – und auch Hauptmann Schmid als Chef Einsatz Armeeseelsorge.

„Acht Armeeseelsorger stehen also für die Betreuung der Truppen im Assistenzdienst bereit“, sagt Schmid. Die Konfessionszugehörigkeit spiele dabei keine ausschlaggebende Rolle.

Seelsorger für alle

Der Armeechef, Korpskommandant Thomas Süssli, erklärte kürzlich: „Wir sind eine Armee für alle.“ Das bedeute, so Schmid, „wir sind Armeeseelsorger für alle“.

„Wünschen nach speziellen konfessionellen Handlungen wird entsprochen.“

Jeder Seelsorger sei religiös und konfessionell verwurzelt. In der Armee sei er aber eine Ansprechperson für jeden Soldaten, unabhängig von dessen Religion oder Konfession. Wenn ein Milizangehöriger von einem Seelsorgenden seiner eigenen Glaubensrichtung betreut werden wolle, dann habe die Armee die Möglichkeit zu reagieren.

Wünschen der Soldaten entsprechen

Ostern fiel in die erste Corona-Welle. Hauptmann Schmid erinnert sich an spezielle Bedürfnisse von Armeeangehörigen. So seien entsprechende Armeeseelsorger zugezogen worden, „wenn spezielle konfessionelle Handlungen gewünscht wurden“.

(kath.ch – mg)

17 November 2020, 09:37