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Wien: Inmitten des Corona-Lockdowns auch noch eine Attacke auf einen Rabbiner auf offener Straße Wien: Inmitten des Corona-Lockdowns auch noch eine Attacke auf einen Rabbiner auf offener Straße 

Österreich: Kirche bestürzt über Attacke auf Rabbiner in Wien

Vertreter der katholischen Kirche in Österreich haben den tätlichen Angriff auf einen Rabbiner in Wien scharf verurteilt. Eine unbekannte Frau hatte den jüdischen Religionsvertreter am Donnerstag bei einer Haltestellte beschimpft, mit einem Messer bedroht und getreten.

„Ich bin bestürzt über den gestrigen Angriff auf einen Rabbiner mitten in Wien und versichere unseren jüdischen Mitbürgern meine ganze Solidarität", erklärte Kardinal Schönborn auf Twitter und gegenüber Kathpress. „Antisemitismus darf bei uns keinen Platz haben. Er gefährdet das friedliche Zusammenleben von uns allen", hielt der Wiener Erzbischof fest. Neben Kardinal Schönborn hat auch Bischof Werner Freistetter als Vorsitzender der Kommission Weltreligionen der Bischofskonferenz den Angriff „aufs Schärfste verurteilt".

Für den tätlichen Angriff auf den Rabbiner, der bei der Attacke unverletzt blieb, gebe es aktuell keinen Hinweis auf einen islamistischen Hintergrund, teilte das Innenministerium am Freitag mit. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Österreichs (IKG), Oskar Deutsch, bezeichnete am Donnerstag den Angriff als „verstörenden Vorfall", der viele Menschen verunsichert habe.

„Denn Europa ohne Juden ist nicht mehr Europa“

Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) teilte noch am Tag der Attacke mit, er verurteile den „antisemitischen Angriff auf einen Rabbi in Wien auf das Allerschärfste. Wir müssen den Antisemitismus mit aller Entschiedenheit bekämpfen und alles dafür tun, um jüdisches Leben hier in Österreich in Sicherheit zu ermöglichen. Denn Europa ohne Juden ist nicht mehr Europa", so Kurz. Innenminister Karl Nehammer hatte bereits nach dem jüngsten islamistisch motivierten Attentat in Wien unweit der Synagoge verstärkten Schutz der jüdischen Gebetshäuser angeordnet. Er versprach, alles zu tun, um den jüngsten „offensichtlich antisemitisch motivierten Angriff rasch aufzuklären“. Es gebe „keine Toleranz bei Antisemitismus - egal ob dieser politisch oder religiös motiviert ist."

(kap/vatican news – gs)

27 November 2020, 12:44