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Der Regensburger Dom bei Nacht Der Regensburger Dom bei Nacht  (ANSA)

Deutsche Bischöfe: Corona-Pandemie erhöht Armutsrisiko

Armut kann jeden treffen. Das betonen die deutschen Bischöfe in einer Erklärung anlässlich des Welttages der Armen, den die katholische Kirche auf Initiative von Papst Franziskus an diesem Sonntag zum vierten Mal begeht.

In einer gemeinsamen Erklärung unterstreichen der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Franz-Josef Bode (Osnabrück), der Vorsitzende der Kommission Weltkirche, Erzbischof Ludwig Schick (Bamberg) sowie der Vorsitzende der Kommission für caritative Fragen, Erzbischof Stephan Burger (Freiburg): „Die Krise verdeutlicht: Armut kann jeden treffen, durch Schicksalsschläge, sich ungünstig entwickelnde Lebensentscheidungen oder eben – wie wir es in diesen Wochen und Monaten erleben – durch ein globales Geschehen, das sich massiv auf den Einzelnen auswirkt.”

Politik und Gesellschaft seien zwar relativ erfolgreich dabei, die schlimmsten sozialen Folgen der Pandemie abzuwenden. Dennoch fielen jedoch immer wieder Menschen durch das Raster. Diesen gelte es zu helfen, ebenso wie Menschen, die weltweit von Armut betroffen seien: „Als Christinnen und Christen in einem wohlhabenden Land sind wir aufgerufen, unsere Arme auch über die Grenzen auszustrecken. Medizinisch und wirtschaftlich ist die durch Corona verursachte Not in vielen Entwicklungsländern ungleich größer als in Deutschland. Häufig verhindern dort Ausgangssperren, dass die Menschen das Nötigste zum Leben verdienen. Viele haben weder ein festes Einkommen, noch erhalten sie Unterstützungsleistungen.“

Spenden helfen

Die katholischen Hilfswerke seien hier von großer Bedeutung: Gut vernetzt könnten sie in vielen Fällen direkt und wirkungsvoll helfen. In diesem Zusammenhang sei allen zu danken, die dem Spendenaufruf der deutschen Bischöfe im September 2020 gefolgt sind. „Strecken wir den Armen unsere Hände entgegen! Jeder und jede nach den eigenen Möglichkeiten – in den Familien und im weiteren Lebensumfeld, in Gesellschaft, Staat und internationaler Gemeinschaft. So machen wir deutlich, dass es uns um die Würde aller geht und wir deshalb auf allen Verantwortungsebenen die Voraussetzungen für ein wahrhaft menschliches Miteinander schaffen wollen“, so die Bischöfe in ihrer Erklärung.

„Streck dem Armen deine Hand entgegen!“

Papst Franziskus hat den Welttag der Armen in diesem Jahr unter das Leitwort „Streck dem Armen deine Hand entgegen“ gestellt. In seiner Botschaft zum Welttag erklärt er: „Den Blick auf den Armen gerichtet zu halten ist schwierig, aber notwendiger denn je, um unserem persönlichen und sozialen Leben die rechte Richtung zu verleihen. Es geht nicht darum, viele Worte zu machen, sondern vielmehr, von der göttlichen Liebe angetrieben, sein Leben konkret einzubringen. Jedes Jahr komme ich mit dem Welttag der Armen auf diese für das Leben der Kirche grundlegende Wirklichkeit zurück, da die Armen immer bei uns sind und sein werden (vgl. Joh 12,8), um uns zu helfen, die Gegenwart Christi im täglichen Leben zu erfassen.“

(pm - cs)

 

13 November 2020, 15:43