Im Augustinianum werden die Ratzinger-Schülerkreise tagen Im Augustinianum werden die Ratzinger-Schülerkreise tagen 

D/Rom: Symposium zur Taubheit der Menschen gegenüber Gott

Die Schülerkreise Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. laden am 26. September zum öffentlichen Symposium 2020 nach Rom, auch eine Übertragung des Treffens ist geplant. „Mein Herr und mein Gott" aus Johannes 20,28 lautet das Thema der Konferenz. Im Mittelpunkt steht die Frage nach Gott in den aktuellen Herausforderungen. Was uns bei dem Symposium erwartet, hat einer der Organisatoren unseren Kollegen von Radio Horeb erzählt.

Christoph Ohly ist Vorsitzender des Vereins „Neuer Schülerkreis Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. e.V." Der neue Schülerkreis ist seit 2008 bei den Treffen dabei. Zum zweiten Mal gibt es nun auch ein öffentliches Symposium – im Augustinianum, in der Nähe des Petersplatzes in Rom. Thema: „Mein Herr und mein Gott – Frage nach Gott in den gegenwärtigen Herausforderungen“. Welche Herausforderungen da gemeint sind, das hat Marion Kuhl von Radio Horeb Christoph Ohly gefragt:

Zum Nachhören

Christoph Ohly (Vorsitzender des Vereins „Neuer Schülerkreis Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. e.V.): Das Drängendste ist vielleicht das, was Papst Benedikt auch schon als Theologieprofessor mit dem Wort der Schwerhörigkeit oder sogar der Taubheit des Menschen von heute gegenüber Gott auf den Punkt gebracht hat. Was will er damit sagen? Dass der Mensch in einer Zeit, in einer Umgebung, einem Kontext lebt, in dem es oft ganz schwierig ist, auf Gott zu hören, Gottes Stimme wahrzunehmen – weil so viele Geräusche, so viel Lärm, aber eben auch so viele Eindrücke und Gedanken da sind, von denen die Welt sagt: Das alles ist viel wichtiger, als sich im Glauben an Gott auszurichten und das Leben danach zu gestalten. Er sagt, es ist eigentlich die größte Herausforderung, auch für die Kirche, die ja Verkündigerin Gottes in dieser Welt sein soll, für diese Gegenwart, für die Realität Gottes – besonders in seinem Wort, in den Sakramenten, im Leben der Kirche, wieder eine gewisse Sensibilität zu vermitteln und den Menschen von dieser Schwerhörigkeit oder Taubheit ein wenig zu heilen. Das scheint mir wirklich die größte Herausforderung in dieser Zeit zu sein.

„Der Mensch lebt in einer Zeit, in einer Umgebung, einem Kontext , in dem es oft ganz schwierig ist, auf Gott zu hören“

Radio Horeb: Die Frage nach Gott, das klingt ein bißchen nach Fundamentaltheologie, ganz nach Basis – ist der Eindruck richtig?

Ohly: Das ist sicherlich das Kernthema auch im theologischen Denken von Joseph Ratzinger/Papst Benedikt. Er hat natürlich viele auch theologische Themen erschlossen, auf die wir ja auch seit Jahren und hoffentlich auch in den kommenden Jahren eingehen, aber diese Frage nach Gott - die Rede von Gott, aber gleichzeitig auch die geistliche Dimension – also die Rede mit Gott, das Gebet, das Sprechen mit Gott – das trägt sozusagen seine ganze Theologie. Und das macht ja auch der Name deutlich: Die Theologie: die Rede von Gott und mit Gott.

„Die Rede mit Gott, das Gebet, das sprechen mit Gott – das trägt sozusagen Benedikts ganze Theologie“

Da geht es tatsächlich um das Grundsätzliche und wir müssen uns sicherlich daran erinnern lassen, dass die Kirche ja gerade deswegen da ist. Es ist ja eigentlich die zentrale Aufgabe der Kirche, die Gegenwart des lebendigen Gottes zu bezeugen - dass Gott sich mitgeteilt hat in seinem Sohn Jesus Christus und dass er jemand ist, der mit den Menschen redet, der ins Gespräch mit den Menschen rein geht. Und dies nicht von irgendwoher, sondern sehr konkret durch die Menschwerdung des Sohnes Gottes in Jesus Christus. Dieser Frage nachzugehen ist also nichts Theoretisches – sondern wird sehr konkret durch unseren christlichen – man sagt ja auch inkarnatorischen – Glauben: dass Gott Mensch geworden ist und damit die Rede mit dem Menschen, das Gespräch eröffnet hat.

Die Fragen stellte Marion Kuhl von Radio Horeb im Gespräch mit Christoph Ohly

Das Symposium der Ratzinger-Schülerkreise am 26. September im Augustinianum in Rom übertragen EWTN und Radio Horeb von 15-19 Uhr.

Ratzinger-Schülerkreis besteht seit 1977

Seit 1977, dem Jahr der Weihe von Joseph Ratzinger zum Münchner Erzbischof, gibt es den gleichnamigen Schülerkreis. Seitdem treffen sich die Schüler jedes Jahr zu Studientagen, an denen Ratzinger auch noch als Papst teilgenommen hatte. Ergänzt wird diese Gruppe seit 2008 durch den sogenannten neuen Schülerkreis, das heißt mit Theologen, die sich in besonderer Weise mit der Theologie von Joseph Ratzinger beschäftigen.

(radio horeb - sst)

 

 

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

08. September 2020, 08:59