Suche

Vatican News
Das Titelbild des Buche von Thomas Binotto Das Titelbild des Buche von Thomas Binotto 

Buchtipp: Kopfstand von Thomas Binotto

Der Schweizer katholische Journalist Thomas Binotto macht in seinem neuen Buch einen „geistigen Kopfstand“ und geht einer Frage nach, die alt und doch immer neu gestellt wird: Wie hast du´s mit der Religion?

Binotto leitet das Pfarrblatt der katholischen Kirche Zürich. Doch wie der Paulus-Verlag zu seiner Biografie schreibt, sei Binotto - seit er „zuhören kann“ - „geschichtensüchtig“. Das Buch trägt den Titel: „Kopfstand. Aus meiner Beziehungskiste mit Gott“.

Zum Nachhören

Glaubensfragen gehören zu den spannendsten Fragen überhaupt - sofern man sie von frommem Gesäusel und theologischem Fachjargon befreit, heißt es im Klappentext zum Buch. Der geistige Kopfstand helfe dabei, unsere Sprache und Gedanken durchzuschütteln. Und plötzlich wird aus der Beziehung mit Gott wieder eine knisternde Beziehungskiste, in der man sich nie ganz sicher fühlen könne.

Perspektivenwechsel prägt die Lektüre des Buches. Wie Binotto schreibt, komme das Licht, „das unsere Kirchenräume zum Strahlen bringt, womöglich und hoffentlich in allen Farben des Regenbogens“, von außen. Deshalb müssten wir uns „viel intensiver mit Einstrahlung anstatt mit Ausstrahlung beschäftigen“. Für ihn sei der Perspektivenwechsel „eine unglaublich befreiende Sicht“ auf den eigenen Glauben. „Er ist tägliche Kopfstandübung, die mich immer wieder erdet“, schreibt Binotto.

Der Autor geht auf das Beispiel Jesu ein, der ein Erzähler und weniger ein Schreiber war. Zwar gehöre das Christentum zu den Buchreligionen, doch die Frohe Botschaft muss verkündet und vor allem gelebt werden. Auch da lohnt sich ein Kopfstand, um die Perspektive zu ändern. Als Erzähler sei Jesus zugleich Meister und Vorbild. Er habe auf das Beispiel vertraut. „Wenn wir ihm also nachfolgen wollen, dann müssen wir nicht Buch, sondern Wort werden“, so Binotto.

Doch auch das Bild sei wichtig. So habe uns Da Vinci mit seiner Vision des Letzten Abendmahls viel stärker geprägt „als tausend hochgelehrte differenzierte Abhandlungen“. „Ohne Bilder geht in der Religion seit jeher gar nichts“, betont der Schweizer Journalist.

Das Buch liest sich leicht und ist persönlich geschrieben. Es bietet ein Einblick in die Seele eines Gläubigen, der nicht einfach nur von sich persönlich preisgibt, sondern zum Nachdenken anregt.

Thomas Binotto: Kopfstand. Aus meiner Beziehungskiste mit Gott. Erschienen im Paulus-Verlag. Preis, 24 Euro.

(vatican news – mg)

26 September 2020, 09:06