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Dieses Wochenende traf sich in Frankfurt eine Arbeitsgruppe des Reformdialogs der katholischen Kirche, Synodaler Weg. Dieses Wochenende traf sich in Frankfurt eine Arbeitsgruppe des Reformdialogs der katholischen Kirche, Synodaler Weg. 

D: Synodaler Weg - Bischöfe und Laien zuversichtlich

Trotz Corona-Verzögerung geht es voran beim Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland. Bischöfe und Laienvertreter haben sich zuversichtlich zu dem Reformdialog der katholischen Kirche gezeigt. Am Wochenende hatte sich das Forum zu Machtfragen in Frankfurt zu einer ersten Sitzung getroffen. Am Montag ist eine Videokonferenz des Forums zu Sexualmoral angekündigt, am 13. und 14. Juli eine Zusammenkunft des Forums zu priesterlichen Lebensformen. Diese Arbeitsgruppe will sich ebenfalls in Frankfurt treffen.

„Es gibt den erklärten Willen, die Themen gemeinsam zu diskutieren und Lösungen zu finden sowohl aufseiten der Laien als auch der Bischöfe", sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, am Sonntag im Interview der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Positionen seien keineswegs so unverrückbar, wie sie bisweilen erschienen.


Einstellung und Stimmung bei den Teilnehmern der von der Deutschen Bischofskonferenz und dem ZdK angestoßenen Initiative Synodaler Weg bezeichnete Sternberg als weiterhin positiv. Zudem sei die Zahl der „grundsätzlichen Kritiker“ nicht größer geworden. Die fünf Regionalkonferenzen, die Anfang September wegen der Corona-Pandemie anstelle der zweiten Vollversammlung des Synodalen Weges stattfinden, könnten erste Ergebnisse „in die Synodalversammlung rückkoppeln und zur Diskussion stellen“, fügte der ZdK-Präsident hinzu.

Foren zur inhaltlichen Vorbereitung nicht ohne Kritik


Kritik gab es unterdessen am Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp, der Ende Mai angekündigt hatte, sich aus der Arbeitsgruppe zur Sexualmoral zurückzuziehen. „Ich hoffe nicht, dass dieses Beispiel Schule macht, auch wenn es in gewissen Kreisen gefeiert wird“, sagte der Würzburger Bischof Franz Jung. Schwaderlapp hatte seinen Rückzug damit begründet, dass die in dem Forum mehrheitlich verfolgte Linie auf eine Veränderung der kirchlichen Sexualmoral abziele. Dieser Weg sei nicht der seine.

Die Foren sollen die Synodalversammlungen inhaltlich vorbereiten. Neben dem Forum zur Sexualmoral gibt es drei weitere Arbeitsgruppen zur priesterlichen Lebensform, zu Machtfragen und zur Rolle der Frauen in der Kirche.

Sternberg sagte zur Entscheidung Schwaderlapps: „Wenn jemand der Meinung ist, dass es keinen Veränderungsbedarf gibt, dann ist es besser, seine Mitarbeit in einem Forum zur Erarbeitung neuer Lösungen zu beenden.“ Der Weihbischof scheide jedoch nicht aus der Synodalversammlung aus.

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke mahnte unterdessen, die Zukunft der Kirche sei durch Reformen nicht automatisch gesichert. Aus der Angst, sie könne zur Sekte werden, ergebe sich der Wunsch, die Kirche für den Menschen attraktiver und anschlussfähiger an die moderne Zeit zu machen, sagte Hanke. Gesellschaftliche Anerkennung und Anzahl der Mitglieder würden jedoch keineswegs vor dem Sektendasein bewahren. Vielmehr brauche es Menschen, die die Botschaft Jesu überzeugend in der Welt leben würden.

(kap/kna - sst)

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05. Juli 2020, 15:45