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Missbrauchsfälle und sexualisierte Gewalt verhindern und aufklären will der BDKJ mit einer neuen Kommission Missbrauchsfälle und sexualisierte Gewalt verhindern und aufklären will der BDKJ mit einer neuen Kommission   (©nareekarn - stock.adobe.com)

D: BDKJ-Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hat eine Kommission zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen und sexualisierter Gewalt angekündigt. Sie solle Präventions- und Handlungskonzepte erarbeiten sowie auch zurückliegendes Unrecht aufarbeiten und die eigenen Strukturen „kritisch hinterfragen”.

Das teilte der BDKJ in einer Pressemitteilung am Samstagabend mit. Die Kommission war bei der BDKJ-Hauptversammlung beschlossen worden, die noch bis Sonntag online tagt. Mit der Einrichtung einer solchen Aufarbeitungskommission zu sexualisierter Gewalt ist der BDKJ laut eigener Aussage Vorreiter innerhalb der katholischen Organisationen. Hintergrund ist die 2018 veröffentlichte MHG-Studie, die die deutsche Bischofskonferenz beauftragt hatte. Die Studie zeigt das Ausmaß sexualisierter Gewalt an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und Ordensangehörige.

„Zu einem gerechten Umgang mit sexualisierter Gewalt im Sinne der Betroffenen zählt aber auch ein Konzept zur Aufarbeitung in der Vergangenheit begangenen Unrechts“

„Im BDKJ haben wir uns in den vergangenen Jahren intensiv mit Fragen von Prävention und Intervention in der katholischen Kinder- und Jugendarbeit auseinandergesetzt. Zu einem gerechten Umgang mit sexualisierter Gewalt im Sinne der Betroffenen zählt aber auch ein Konzept zur Aufarbeitung in der Vergangenheit begangenen Unrechts“, sagt BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier. „Dazu haben wir in den vergangenen zwei Jahren einen intensiven Austausch mit Betroffenen, deren Vertretungen, Wissenschaftler*innen und dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs geführt.“

Die Zusammensetzung der Kommission

Die BDKJ-Kommission soll aus acht gewählten Experten und Expertinnen bestehen, von denen mindestens vier kein aktuelles Mandat in einem Jugend- oder Diözesanverband des BDKJ haben. Weiter ist ein Mitglied des BDKJ-Bundesvorstands und ein Referent der BDKJ-Bundesstelle dabei. Zudem sollen Fachleute aus Betroffenenorganisationen und weiteren auf das Thema sexuelle Gewalt spezialisierten Einrichtungen regelmäßig zur Beratung hinzugezogen werden.

Der BDKJ

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

(pm – sst) 

26 Juli 2020, 08:05