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Yves Bugnon und Laurent Marmier warben vor dem Votum des Nationalrats für ein Ja zur „Ehe für alle“ Yves Bugnon und Laurent Marmier warben vor dem Votum des Nationalrats für ein Ja zur „Ehe für alle“  (REUTERS)

Schweiz: Kein Kommentar zur „Ehe für alle“

Die Schweizer Bischöfe nehmen zum Ja des Nationalrates zur „Ehe für alle“ nicht Stellung. Die Bischöfe steigen nicht in die Diskussion ein, weil die Rechte des Kindes verletzt würden, erklärte Bischof Jean-Marie Lovey in einer Stellungnahme gegenüber cath.ch.

Hintergrund ist der Beschluss des Schweizer Nationalrates vom Donnerstag, dass gleichgeschlechtliche Paare die Ehe eingehen können; zudem wurde lesbischen Ehepaaren der Zugang zur Samenspende ermöglicht.

„Bereits im Juni 2019 hat die Bischofskonferenz davon abgesehen, zum Entwurf des Projekts 'Ehe für alle' Stellung zu nehmen, um welche sie der Nationalrat freundlicherweise gebeten hatte“, sagte Lovey, Bischof von Sitten, der innerhalb der Bischofskonferenz für die Familienpastoral zuständig ist.

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) habe vor allem eine sakramentale Sicht auf die Ehe. Das heiße, man sei sich bewusst, dass die Ehe die gesamte Gesellschaft und damit auch die Kirche betreffe, so der Bischof.

Kirchliche Position ausgelassen

„Der Nationalratsbeschluss geht über unsere Vorstellung von der christlichen Ehe hinaus, die auf einer komplementären Verbindung von Mann und Frau beruht und sich der natürlichen Fortpflanzung öffnet“, meinte Lovey. Er frage sich aber, ob die kirchliche Position in der heutigen Gesellschaft noch wahrgenommen werde.

Lovey verwies auf die kirchliche Position aus dem Jahr 2019. Es sei nicht möglich, auf die Debatte über „Ehe für alle“ einzugehen, ohne die Folgen der Elternschaft und des Zugangs zur medizinisch unterstützten Fortpflanzung (MAP) zu berücksichtigen, die die Bischofskonferenz generell ablehne.

„Die MAP sieht die Spende von Keimzellen vor, was den Rechten des Kindes widerspricht.“ Das Kind kenne seine biologische Herkunft nicht. Das würde zu Leiden und Schwierigkeiten bei der eigenen Entwicklung führen, erklärte der für die Familienpastoral zuständige Bischof.

(cath.ch – sk)
 

15 Juni 2020, 09:10