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Berglandschaft Berglandschaft  (ANSA)

Europa: Staatsoberhäupter fordern neue Anstrengungen bei Klimaschutz

Die Staatsoberhäupter Deutschlands, der Schweiz und Österreichs haben ungeachtet der Corona-Krise zu neuen Anstrengungen beim Klimaschutz aufgerufen. Der Vorstoß deckt sich mit mit Bemühungen des Heiligen Stuhles, das Themenfeld Ökologie und Armut auch in Zeiten der Pandemie nicht aus dem Blick zu verlieren.

In einem gemeinsamen Gastbeitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zum Weltumwelttag schreiben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, die Schweizer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Österreichs Bundespräsident Alexander van der Bellen, die Klimakrise sei nicht verschwunden. Wie bei Corona gelte auch in der Klimapolitik die Strategie, die Kurve abzuflachen.

„Wir müssen den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase reduzieren", heißt es in dem Beitrag. Klima- und Naturschutz gehörten deshalb wieder zuoberst auf die Agenda. Bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise dürfe es kein „Weiter so" nach eingefahrenen Mustern geben: „Wir brauchen einen Neustart für unsere Wirtschaft mit Innovationen, die konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind."

Sichere Arbeitsplätze und eine starke Klimapolitik seien kein Widerspruch. Eine gesunde Wirtschaft, die wegkomme von Kohle, Öl, Gas und Abfallbergen, schaffe Wachstum und Arbeitsplätze mit Zukunft, so die drei europäischen Staatsoberhäupter.

Im Vatikan dürfte der Vorstoß mit wachem Interesse aufgenommen werden. Erst vor kurzem hatte Papst Franziskus zum fünften Jahrestag seiner gleichnamigen Umwelt- und Sozialenzyklika ein „Laudato Si-Jahr” ausgerufen. „Ich lade alle Menschen guten Willens ein, mitzumachen und sich um unser gemeinsames Haus und unsere schwächsten Brüder und Schwestern zu kümmern”, so das Kirchenoberhaupt. Noch im Juni will der Vatikan einen Grundlagentext zum Thema Ökologie und Armut vorlegen, an dem mehrere Kurienbehörden arbeiten.

Franziskus hatte auch darauf verwiesen, dass es am Ende der Corona-Pandemie nicht möglich sein werde, die Dinge wieder dort aufzunehmen, wo und wie sie waren. „All dieses Leiden wird nichts nützen, wenn wir nicht gemeinsam eine gerechtere, fairere, christlichere Gesellschaft aufbauen“, sagte Franziskus in einer Videobotschaft vom 31. Mai an die Vereinigung charismatischer Organisationen CHARIS (Catholic Charismatic Renewal International Service).

Franziskus hat darüber hinaus eine Kommission am Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen eingerichtet, die die Zukunft nach der Corona-Pandemie in den Blick nehmen soll. Die Arbeit des Dikasteriums werde sich im kommenden Jahr auf diese Kommission konzentrieren, hieß es.

(kna/vatican news - gs)

05 Juni 2020, 10:13