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Französischer Bischof bei einer Drive-in-Messe Mitte Mai 2020 Französischer Bischof bei einer Drive-in-Messe Mitte Mai 2020  (ANSA)

D: „Kirche ist in Corona-Krise nicht abgetaucht“

Bischof Georg Bätzing widerspricht der Behauptung, die Kirche habe sich in der Corona-Krisenzeit zurückgezogen.

„Das Gegenteil ist der Fall“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz bei einem Livestream-Gottesdienst in seiner Bischofsstadt Limburg.

„Abertausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas in ihren sozialen und pflegerischen Einrichtungen haben in der ersten Reihe ihre Frau und ihren Mann gestanden, ebenso Erzieher und Erzieherinnen in der Notbetreuung. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger haben überaus kreativ den Kontakt zu den Gläubigen gesucht!“

„Als nichts zu machen war, wurde unglaublich viel Hilfreiches getan“

Treu und ausdauernd hätten viele Menschen gebetet und so andere mitgetragen. Viele hätten sich zudem in Hilfenetzen engagiert und im persönlichen Einsatz den älteren und besonders gefährdeten Menschen bei ihren täglichen Bedarfen konkret unter die Arme gegriffen.

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„Als nichts zu machen war, wurde unglaublich viel Hilfreiches getan. So war Kirche in der Krise präsent. Wir konnten weniger Eigenleben führen wie gewohnt, dafür sind wir treibende Kraft des solidarischen Miteinanders. Kirche, wie sie sein soll: Zeichen und Werkzeug der Verbundenheit der Menschen miteinander und der freundlichen Fürsorge Gottes um uns.“

„Zugang zum Grundnahrungsmittel des Glaubens war versperrt“

Die Pandemie und die Wochen des Verzichts auf die heilige Kommunion haben, so ist Bätzings Eindruck, die Bedeutung der Körperlichkeit für den Leib Christi neu entdecken lassen. „Kirche und Eucharistie sind keine rein geistig-geistlichen Wirklichkeiten“, so der Bischof. Der Leib Christi lasse sich nicht virtuell empfangen. „Kirche ist Gemeinschaft des Glaubens, die sich um das Wort Gottes versammelt und Eucharistie feiert. Es gibt eine enge Beziehung zwischen der konkreten Begegnung von Gläubigen miteinander und mit dem Herrn in der Eucharistiefeier und ihrer Verbundenheit im Leib der Kirche“, sagte Bischof Bätzing.

Corona und die damit verbundenen Einschränkungen hätten gezeigt, dass der Empfang der Eucharistie keine bare Selbstverständlichkeit sei. Vielen habe dies sehr gefehlt und es sei für nicht wenige sehr bedrückend gewesen. „Der Zugang zum Grundnahrungsmittel unseres Glaubens war versperrt“, machte der Bischof deutlich. Er habe viele Briefe und Mails bekommen und sei aufgefordert worden, trotz der Abstands-, Besuchs- und Ausgangsverbote zusammen Messen zu feiern und den Kranken die Hl. Kommunion zu reichen.

„Als Kirche sind wir Teil dieser Gesellschaft“

Doch er habe sich dieser Forderung nicht anschließen können. Der schnelle Rückgang der Zahlen schwer Erkrankter und Verstorbener zeige die kluge Vorsorge der Verantwortlichen und der Bürger, die in großer gesellschaftlicher Übereinkunft richtig gehandelt haben. „Als Kirche sind wir Teil dieser Gesellschaft. Wir gehen sicher nicht einfach in ihr auf, eher wollen und sollen wir Vorbild an Fürsorge und solidarischem Weitblick sein. Und das haben wir in der Krisenzeit deutlich gezeigt“, so Bischof Bätzing.

(dbk – sk)
 

11 Juni 2020, 10:37