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Vatican News
Deutsche Bischöfe - Archivaufnahme von 2018 Deutsche Bischöfe - Archivaufnahme von 2018  (ANSA)

D: Theologen für Kirchenreformen

Die Tübinger Theologin Johanna Rahner hat sich gegen die Vorstellung von starren, unveränderlichen Glaubensinhalten und Kirchenlehren gewandt. Der Grundsatz, wonach sich Kirche immer verändern muss, um auf Zeitfragen und Entwicklungen zu reagieren, gelte auch für Dogmen und Glaubensfragen.

Wer von „ewigen Wahrheiten“ rede, gleite in eine Ideologie der „Geschichtsenthobenheit“ ab, sagte Rahner am Dienstag bei einer Online-Tagung der Katholischen Akademie Freiburg. Es gelte, bei Glaubenssätzen immer zwischen zeitlich bedingter Ausdrucksform und dem beabsichtigten Sinn zu unterscheiden.

Die Theologin forderte, eine im 19. Jahrhundert gründende Ablehnung von gesellschaftlichen, technischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse zu überwinden. Die Kirche müsse Freiheit, Pluralität und Demokratie als Chance, nicht als Bedrohung verstehen. Entscheidend sei es zudem, Glaubensfragen und Strukturfragen in Einklang zu bringen.

Kein Platz für Klerikerherrschaft

„Wenn wir an ein kommunikatives Miteinander von Gott und Mensch glauben, dann muss sich das auch in den kirchlichen Strukturen widerspiegeln“, so Rahner. Für eine Männer- oder Klerikerherrschaft sei dann kein Platz.

Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller rief dazu auf, Möglichkeiten des Kirchenrechts für demokratische und synodale Reformen in der katholischen Kirche zu nutzen. So sei es laut Kirchenrecht möglich, Nicht-Priester mit der Gemeindeleitung zu beauftragen.

Kirchliche Verwaltungsgerichte? Ein wichtiger Schritt

Ein wichtiger Schritt sei die von der Deutschen Bischofskonferenz geplante Einrichtung von kirchlichen Verwaltungsgerichten. Auf dieser Basis könne jedes Kirchenmitglied nahezu alle kirchlichen Verwaltungsakte von unabhängigen Gerichten überprüfen lassen. „Allerdings muss der Vatikan der Errichtung dieser Gerichte noch zustimmen, ich erwarte aber, dass er die Pläne positiv bewertet“, so Schüller.

(kna – sk)
 

26 Mai 2020, 15:09