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Archivbild: Tschechische Bischöfe beim emeritierten Papst Benedikt XVI. am 11. November 2019 Archivbild: Tschechische Bischöfe beim emeritierten Papst Benedikt XVI. am 11. November 2019 

D: Benedikt-Biograph erläutert den Zeitwende-Papst

Anfang Mai ist die neue Biographie von Peter Seewald über Benedikt XVI. erschienen. Das Buch umfasst knapp 1.200 Seiten und ist damit das umfangreichste Werk über das Leben des emeritierten Papstes. Unser Kollege Johannes Wieczorek von Radio Horeb hat mit dem Journalisten Peter Seewald über sein neues Werk gesprochen.

Er verstehe sein Buch als eine Quelle mit vielen bisher unbekannten Details aus dem Leben von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI., erläutert Seewald im Interview mit Radio Horeb. Er habe 2012 mit dem Buch angefangen. „Es gab bisher keine Biographie in solcher Art. Es ist wie ein Kompendium“, so der Autor. Die Überraschung liege in vielen Details.

Man bekomme ein neues Bild des Papstes aus Bayern. Vor allem die Momente der Skandale wie die Williamson-Affäre oder Vatileaks scheinen im Nachhinein in einem anderen Licht. „Man sieht, mit welcher Manipulation und Absicht ein Falschbild verbreitet wurde“, sagt Seewald.

Zum Nachhören

Fünf Jahrzehnte an vorderster Front in der Kirche

Benedikt XVI. sei zu einem Zeitwende-Papst geworden. „Er ist nicht als junger Mann zum Papst gewählt worden. Er war fünf Jahrzehnte Erfahrung an vorderster Front in der Kirche“, erläutert der Biograph. So habe Ratzinger/Benedikt aus der persönlichen Erfahrung viel herausschöpfen können und viel in die Zukunft weisen können, indem er das Erbe seines Vorgängers Johannes Paul II. weitertragen konnte.

Die Herausforderung bestand für den Autor der Biographie darin, dass er als Nicht-Theologe auf ein Jahrhundert-Leben eines großen Theologen blicken durfte. So bestand die Herausforderung darin, das unüberblickbare Leben Ratzingers/Benedikts einzuordnen. „Das schwierigste Kapitel war jenes über das Zweite Vatikanische Konzil“, so Seewald. Er habe jenen Moment der Kirchengeschichte „nie so richtig verstanden“, gesteht der Autor. So sei es gar nicht so einfach gewesen, jenes Konzil so zu beschreiben, dass auch ein Nicht-Experte und Unwissender das verstehen würde.

Das Buch ist im Droemer-Knaur-Verlag erschienen und kostet 38 Euro.

(radio horeb - mg)

21 Mai 2020, 07:58