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Geschlossene Kirchentür Geschlossene Kirchentür  (ANSA)

D: Bischöfe planen Grundsatzpapier zur Sterbebegleitung

Die Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz erarbeitet derzeit ein Grundlagenpapier zur palliativen und seelsorglichen Begleitung Sterbender. Das teilte der Erfurter Weihbischof Reinhard Hauke an diesem Mittwoch mit. Hauke leitet die Arbeitsgruppe „Diakonische Pastoral“ der Bischofskonferenz.

In dem Papier sollen all jene „unterstützt und gewürdigt werden, die sich medizinisch, pflegerisch und seelsorglich um Sterbende bemühen“, so der Weihbischof. „Auch die Woche für das Leben, die am kommenden Wochenende ökumenisch begonnen hätte, wird dem Anliegen weiterhin folgen, alte und gebrechliche, ja alle verletzlichen Menschen zu schützen“.

Hauke würdigt Ärzte, Pflegende und Seelsorgende, die sich derzeit „oft selbst in Gefahr begeben, um anderen zu helfen“. In einem „harten Gegensatz dazu“ stehe das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts, in dem das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung aufgehoben wurde. „Das Urteil stellt sich gegen eine Mehrheitsentscheidung des Deutschen Bundestages von 2015“ und „ist nicht mit dem christlichen Verständnis eines durch Gott geschenkten Lebens vereinbar“, so der Bischof.

„Normalisierung der Angebote der Selbsttötung kann alte und kranke Menschen dem Druck der Gesellschaft aussetzen“

„Eine Normalisierung der Angebote der Selbsttötung kann mitunter alte und kranke Menschen dem Druck einer Gesellschaft aussetzen, die das menschliche Leben immer mehr an seiner Leistungsfähigkeit und seinem Nutzen bemisst.“ Zwar gebe es durchaus Verläufe einer Krankheit, „in denen Menschen zu verzweifeln drohen“. Doch eine „menschenwürdige und wirksame Antwort auf solche Situationen“ liege darin, „den leidenden Menschen nicht allein zu lassen“ und ihm palliative Hilfe zu geben.

(dbk/vatican news – sk)
 

22 April 2020, 12:30