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Auch die mehr als 1000 Jahre alte Schausteller-Kultur in Deutschland, die auch christlich geprägt ist, leidet unter den Corona-Schutzmaßnahmen Auch die mehr als 1000 Jahre alte Schausteller-Kultur in Deutschland, die auch christlich geprägt ist, leidet unter den Corona-Schutzmaßnahmen 

D: Corona gefährdet Schausteller-Kultur

Der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, Albert Ritter, befürchtet aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen ein Volksfest-Sterben. Damit drohe ein Teil der christlichen Gesellschaftsprägung zu verschwinden

„Wir Schausteller hängen ja am kirchlichen Kalender, wie schon das Wort Kirchweih sagt. Die Kirmes kommt ja von Kirchmesse. Ostern, Pfingsten, Himmelfahrt, Fronleichnam gibt es Kirmes bis hin zum Erntedankfest und zum Weihnachtsmarkt." So stehe eine 1.200 Jahre alte Kultur in Deutschland auf dem Spiel, sagte der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes (DSB) der „Augsburger Allgemeinen" am Donnerstag. Wenn es die ganzen Veranstaltungen nicht mehr geben sollte, drohe seiner Branche das Ende, „falls nicht ein richtig großer Rettungsschirm gespannt wird".

Mehr als 50.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

Betroffen von den aktuellen Beschränkungen seien rund 5.000 Schaustellerfamilien, die ihr Geschäft im Hauptberuf ausübten. Insgesamt hingen 55.000 Arbeitsplätze direkt an dem Gewerbe. Ritter verwies zudem darauf, dass die Schaustellerei einen gesellschaftlichen Zweck erfülle: „Wir brauchen Volksfeste, um den Menschen wieder Freude zu bereiten. Was nützt es, wenn der Virus besiegt ist und die Menschen dann an Depressionen leiden?" Ferner erwirtschafteten viele gemeinnützige Veranstalter wie Vereine und Freiwillige Feuerwehren Geld mit Volksfesten für soziale Zwecke.

„Wir brauchen Volksfeste, um den Menschen wieder Freude zu bereiten“

Lange könnten die Schausteller den Stillstand nicht mehr durchhalten, so Ritter weiter. Sie „trifft die Krise auch deshalb besonders dramatisch, weil sie in der Regel auf den Herbst-Volksfesten oder auf dem Weihnachtsmarkt ihre letzten Einnahmen erzielt haben und dann in die traditionelle Winterpause gegangen sind." Die Branche habe jetzt vier Monate ohne Einnahmen verzeichnet, aber mit großen Kosten für das Personal und die in der Winterpause üblichen Instandsetzungen.

Volksfeste nicht party- sondern familienorientiert

Ritter kündigte an, seine Branche wolle ihr Geschäft „verantwortungsvoll" wieder hochfahren. „Wie alle anderen Gewerbe erarbeiten wir Handlungsempfehlungen für den Tag X. Das wollen wir gemeinschaftlich mit Gesundheitsämtern, mit den Hygienefachleuten und Virologen tun." In der Hauptsache seien Volksfeste nicht party-, sondern familienorientiert, da gebe es durchaus Möglichkeiten für Regeln mit Abständen und andere Schutzmaßnahmen.

(kna - sst)

 

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16. April 2020, 09:16