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Kardinal Woelki am 3. März bei einer Predigt im Mainzer Dom Kardinal Woelki am 3. März bei einer Predigt im Mainzer Dom  (ANSA)

D: Missbrauchs-Bericht wird erst später veröffentlicht

Eigentlich wollte das Erzbistum Köln am Donnerstag einen heiklen Abschlussbericht einer „unabhängigen Untersuchung“ zu Missbrauchsfällen veröffentlichen. Doch jetzt wird dieser Schritt verschoben.

Generalvikar Markus Hofmann sagte am Dienstag, es sei nicht rechtzeitig möglich gewesen, alle für eine Veröffentlichung relevanten rechtlichen Fragen abschließend zu klären. Er bedaure die Verzögerung, glaube aber, „dass wir im Interesse einer gründlichen und glaubwürdigen Untersuchung Rechtssicherheit brauchen“.

Das Gutachten einer spezialisierten Kanzlei habe erbracht, dass die Veröffentlichung der Ergebnisse so abgesichert werden müsse, „dass eine identifizierbare Darstellung der Verantwortlichen nicht angegriffen werden kann“, so Hofmann. „Nur so können wir rechtssicher dokumentieren, wie Fälle sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Köln gehandhabt worden sind und welche möglichen Versäumnisse es dabei gab.“

„Gründlichkeit geht vor Geschwindigkeit“

Der Generalvikar beteuert den „Willen, größtmögliche Gerechtigkeit für die Betroffenen herzustellen“. Die Untersuchung solle neben strukturellen Defiziten „auch die Verantwortungsträger klar benennen“. Aber gerade deshalb gehe hier „Gründlichkeit vor Geschwindigkeit“.

Die von einer Münchner Kanzlei im Auftrag des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki durchgeführte Untersuchung der Personalakten ist inzwischen abgeschlossen; der Inhalt des Berichts ist den Verantwortlichen im Erzbistum Köln aber bislang nicht bekannt und wird ihnen erst mit der Veröffentlichung des Berichts zugänglich.

„Es sind Akten nicht richtig geführt worden, es sind Akten vernichtet worden“

Da es bislang in keinem deutschen Bistum eine vergleichbare Untersuchung gegeben hat, wurde eine weitere, in Fragen des Äußerungsrechts besonders ausgewiesene Kanzlei beauftragt, die Voraussetzungen für die identifizierbare Nennung der früheren Verantwortungsträger zu prüfen. Im Zuge dieser Prüfung seien erhebliche Zweifel an der Rechtssicherheit deutlich geworden, heißt es jetzt vom Erzbistum Köln.

Kardinal Woelki hatte Ende Januar eingeräumt, dass dass im Erzbistum Köln Fehler bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen gemacht worden seien. Wörtlich sagte er: „Es sind Akten nicht richtig geführt worden, es sind Akten vernichtet worden“.

(erzbistum köln - sk)
 

11 März 2020, 11:27