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Christen, die nach dem Julianischen Kalender Weihnachten feiern Christen, die nach dem Julianischen Kalender Weihnachten feiern  (AFP or licensors)

Österreich: Hunderttausende Orthodoxe bereit für Weihnachtsfest

In der Alpenrepublik laufen die Vorbereitungen auf die orthodoxen Weihnachtsfeierlichkeiten am 7. Januar auf Hochtouren. Mehrere Hunderttausend Christen in Österreich steht nämlich das Weihnachtsfest noch bevor: Ein Teil der orthodoxen Gläubigen feiert, dem Julianischen Kalender entsprechend, erst am Montag, 6. Januar, den Heiligen Abend und am Dienstag, 7. Januar, den Christtag.

Die Gesamtzahl der Gläubigen der orthodoxen Kirchen in Österreich wird auf rund 450.000 geschätzt. In der Bundeshauptstadt Wien und in mehreren Landeshauptstädten werden vor allem serbisch- und russisch-orthodoxe Christen sowie arabischstämmige orthodoxe Christen zu großen, mehrstündigen Liturgien in ihren Kirchengemeinden erwartet. Die serbisch-orthodoxe St.-Sava-Kathedrale wurde 1893 geweiht. Sie ist das liturgische Zentrum der serbischen Kirche in Österreich bzw. der Sitz des serbisch-orthodoxen Bischofs für Österreich (derzeit Andrej Cilerdzic). Die feierliche Weihnachtsvesper am 6. Januar beginnt um 18 Uhr, um 23.30 Uhr beginnt die Nachtliturgie sowie am 7. Januar um 9 Uhr die Liturgie zur Geburt Christi. In der serbisch-orthodoxen Auferstehungskirche im 2. Wiener Gemeindebezirk - der größten serbischen Kirche in Österreich - beginnt die Vesper am Heiligen Abend ebenfalls um 18 Uhr. Die Nachtliturgie beginnt um Mitternacht und die Weihnachtsliturgie am Christtag um 9.30 Uhr. Vor der Auferstehungskirche findet der traditionelle Südosteuropäische Weihnachtsmarkt statt, der auch für viele Nichtserben eine große Attraktion darstellt. Auch die wenigen in Österreich beheimateten Gläubigen der georgisch-orthodoxen Kirche feiern zu diesem Termin Weihnachten.

Das Weihnachtsfest bereits gefeiert haben u.a. die orthodoxen Kirchen von Konstantinopel, Alexandrien, Antiochien, Rumänien, Bulgarien und Griechenland. Es findet bei ihnen ebenso wie in der katholischen und der evangelischen Kirche am 24. und 25. Dezember statt. Diese orthodoxen Ostkirchen, mit den Griechen an der Spitze, haben nämlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Gregorianischen Kalender übernommen. Der Julianische Kalender hinkt seit der Kalenderreform des Jahres 1582 dem damals eingeführten westlichen Gregorianischen Kalender 13 Tage hinterher, was sich auch auf das Weihnachtsdatum auswirkt.

Eine Besonderheit stellt in diesem Zusammenhang die ukrainisch-sprachige Gemeinde in Wien, die zur griechisch-orthodoxen Metropolis gehört, dar: Sie begeht ihre Feiertage nach dem Julianischen Kalender. Der Wiener griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) wird also am 6. und 7. Januar ein zweites Mal Weihnachten feiern.

(kap – mg)

03 Januar 2020, 11:09