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D: Synodalversammlung wertet Stimmrecht von Frauen auf

Für diese Stärkung der Mitsprache der Frauen votierten 134 Delegierte, was einem Anteil von mehr als zwei Dritteln entspricht. 62 sprachen sich dagegen aus, 14 enthielten sich. Unter den 230 Synodalteilnehmern sind 159 Männer und 70 Frauen. Eine Person bezeichnet sich als divers.

Die Satzung des Synodalen Weges sieht für die Annahme von Beschlüssen eine doppelte Zweidrittelmehrheit vor - die aller Teilnehmenden und außerdem die der anwesenden Bischöfe. Zunächst hatte eine Gruppe von vier Delegierten gefordert, deshalb auch eine Zweidrittelmehrheit der Frauen festzuschreiben. Diese Gruppe stimmte dann dem Vorschlag zu, auf Antrag eine einfache Mehrheit der anwesenden Frauen einzufordern.

Erheblicher Rede- und Abstimmungsbedarf

Die ersten Debatten bei der Vollversammlung des Synodalen Wegs der katholischen Kirche haben einen erheblichen Rede- und Abstimmungsbedarf bei Bischöfen und Laien gezeigt. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer bezweifelte an diesem Freitag in Frankfurt, dass die große Studie über sexuellen Missbrauch im katholischen Klerus in Deutschland (MHG-Studie) von 2018 überhaupt als Grundlage für die innerkirchliche Reformdebatte tauge.

Ein kausaler Zusammenhang zwischen katholischen Besonderheiten wie Priesterzölibat und der Sexualmoral mit dem Missbrauchsgeschehen sei keineswegs wissenschaftlich bewiesen, erklärte der Bischof. Man brauche weitere, auch vergleichende Studien mit anderen gesellschaftlichen Bereichen.

Mehrere Rednerinnen und Redner wiesen die Fundamentalkritik des Bischofs zurück. So erklärte Caritas-Präsident Peter Neher, aus der Arbeit der Beratungsstellen wisse er, dass die überlieferte katholische Sexualmoral nicht mehr zeitgemäß sei und nicht geeignet sei, Menschen in Konfliktlagen zu helfen.

Überzeugungsarbeit leisten

Am Freitagnachmittag wollten die Synodalen weiter über die Geschäftsordnung und die Besetzung der Foren zu den vier zentralen Themen des Reformdialogs beraten: Sexualmoral, priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie die Rolle von Frauen in der Kirche. Der Bochumer Theologe Thomas Söding mahnte eine präzise Sprache an. „Weil unser kirchenrechtlicher Status strittig ist, müssen wir theologisch stark sein.“ Es gelte, Überzeugungsarbeit zu leisten, so Söding. „Ich denke, dass wir auch eine programmatische Erklärung brauchen, was uns zusammenbringt, woran wir arbeiten und wohin die Reise gehen soll.“

Im Vertrauen auf Gott

Einen veränderten Umgang mit Macht in der katholischen Kirche forderte der Münchner Sozialethiker Markus Vogt. Notwendig seien mehr Mitbestimmung von Laien auf allen Ebenen, sagte Vogt am Freitag dem Internetportal katholisch.de. Der Jesuit Bernd Hagenkord hatte Bischöfe und Laien zu Mut und Zuversicht beim Reformdialog aufgerufen. Mit Vertrauen auf Gott und einer Offenheit im Dialog könne es gelingen, die Krise in der Kirche zu überwinden, sagte der Geistliche Begleiter des Synodalen Wegs bei einem Gottesdienst im Frankfurter Dom. 

Die von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) angestoßene Initiative soll unter anderem nach dem Missbrauchsskandal verloren gegangenes Vertrauen wiedergewinnen. Sie ist in dieser Form in der katholischen Kirche bislang einmalig. Die erste Synodalversammlung dauert noch bis zum 1. Februar 2020.

(kna - cs)

31 Januar 2020, 15:55