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Neuer Bischof: Josef Marketz Neuer Bischof: Josef Marketz 

Österreich: Josef Marketz wird Bischof von Gurk

Die österreichische Bischofskonferenz ist wieder komplett: Papst Franziskus hat einen neuen Bischof für Gurk ernannt. Der Kärntner Diözesanpriester Josef Marketz folgt auf Alois Schwarz, der nach St. Pölten gewechselt war. Der neue Bischof ist 64 Jahre alt und gehört der slowenischen Volksgruppe Kärntens an.

Marketz wirkte zuletzt als Bischofsvikar und diözesaner Caritas-Direktor. Auch war er Direktor des Seelsorgeamtes. Damit verfügt über eine langjährige kirchliche Führungserfahrung und hat detaillierte Kenntnisse über die Diözese Gurk-Klagenfurt. Josef Marketz wurde am 30. Juli 1955 in St. Philippen ob Sonnegg, im Bistum Gurk, geboren. Er studierte Philosophie und Theologie in Salzburg und Ljubljana. Am 29. Juni 1982 wurde er zum Priester geweiht und inkardiniert sich im Klerus von Gurk. Später war er zunächst Pfarrer und dann Jugendkaplan und gleichzeitig Pfarrer von St. Jakob, Rosental.

1992 promovierte er an der Universität Wien in Theologie. Von 1992 bis 2007 war er Leiter des Pastoralbüros der slowenischen Sektion und gleichzeitig Pfarrer in Radsberg. Von 2007 bis 2008 hatte er einen Studienaufenthalt in Jerusalem und Rom. Im Jahr 2009 wurde er Direktor des Pastoralbüros und ab 2014 schließlich Direktor der Diözesan-Caritas und Bischofsvikar.

Wende nach schwieriger Zeit

Marketz übernimmt das Bistum Gurk (Klagenfurt) am Ende einer schwierigen Zeit. Der Bischofsstuhl in Kärnten ist seit Juli 2018 vakant, nachdem der frühere Kärntner Bischof Alois Schwarz in die Diözese St. Pölten gewechselt war. Das Gurker Domkapitel wählte daraufhin am 2. Juli 2018 Engelbert Guggenberger zum Diözesanadministrator, der schließlich am 28. Juni 2019 durch Bischof Werner Freistetter als vom Papst ernannter Apostolischer Administrator abgelöst wurde.

Diese kirchlich unübliche Vorgangsweise steht im Zusammenhang mit heftigen innerkirchlichen und medialen Debatten rund um Bischof Schwarz und die Kirche in Kärnten. Sie führten zur Apostolischen Visitation der Diözese, aber auch zu strafrechtlichen Untersuchungen gegen Bischof Schwarz, die inzwischen teilweise eingestellt, aber noch nicht abgeschlossen sind.

Klare Haltung in Flüchtlingsfrage

Als Caritas-Direktor äußerte sich Marketz mehrmals klar im Sinne eines humanen Umgangs mit Flüchtlingen und der Verantwortung der Politik dafür. So ließ er 2015 zu Beginn der Flüchtlingsbewegung mit Kritik an der Europäischen Union aufhorchen: Im Blick auf das damals überlastete Lampedusa sagte Marketz, dort die ganze Schuld auf Schlepper zu schieben, wo in Wahrheit „eine europäische Politik dahintersteht, die das verändern könnte“, sei zu wenig. Der Caritas-Direktor selbst bemühte sich in diesem Krisenjahr um vermehrte Aufnahme von Flüchtlingen in Pfarrhöfen und Privatquartieren.

(vatican news - gs/mg)

 

 

03 Dezember 2019, 11:14