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Der Winter erschwert die ohnehin schon prekären Lebensbedingungen für die Flüchtlinge auf Lesbos Der Winter erschwert die ohnehin schon prekären Lebensbedingungen für die Flüchtlinge auf Lesbos  (AFP or licensors)

D/Griechenland: Spendenaufruf für Flüchtlinge auf Lesbos

„Die Lage auf Lesbos ist unter humanitären Gesichtspunkten untragbar“. So hat Kardinal Reinhard Marx den Umgang mit Flüchtlingen in Griechenland kommentiert. Caritas international bat um Spenden und erhöhte die Hilfsleistungen.

Er sei dankbar für die Bemühungen der Bundesregierung, „aber es muss jetzt bald etwas geschehen, was der schlimmen Situation ein Ende macht“, so Marx auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur am Montag. Der Kardinal forderte eine gesamteuropäische Lösung, „der sich kein Staat entziehen darf“. Marx verwies auf Hilfsprojekte der Caritas in den betroffenen Flüchtlingslagern. Auch die Kirche in Deutschland sei bereit zu helfen, „wo immer das möglich ist. Was auf Lesbos passiert, kann nicht hingenommen werden, gerade an Weihnachten nicht.“

Völlig überfüllte Flüchtlingslager

Nach Einschätzung des Hilfswerks Caritas international brauchen die Menschen in den überfüllten griechischen Flüchtlingslagern dringend mehr Hilfe. „Die gegenwärtige Situation in den Lagern zwingt uns zum sofortigen Handeln“, betonte der Leiter des Hilfswerks, Oliver Müller, am Dienstag in Freiburg. Die Situation sei dramatisch. „Die Menschen müssen unter katastrophalen Umständen dort ausharren“, so Müller.

Die Lager auf den griechischen Inseln seien völlig überbelegt. Als Beispiel könne das Lager Moria auf Lesbos gelten, das für 2.500 Menschen gebaut worden sei. Gegenwärtig hielten sich dort mehr als 15.000 geflüchtete Menschen auf, rund ein Drittel davon Kinder.

Kälte und Nässe

Erschwerend komme das Winterwetter hinzu. „Die Menschen sind häufig krank und aufgrund ihres langen Aufenthalts im Flüchtlingscamp auch psychisch sehr labil“, erläuterte Müller. Der Bedarf an Hilfe sei enorm. Das Hilfswerk will die Flüchtlinge nach eigenen Angaben mit wärmenden Decken und Hygieneartikeln versorgen. Die Menschen seien meist nur in Zelten untergebracht, die vor Kälte und Nässe nicht genug Schutz böten.

Caritas International erhöhe seine Winterhilfe für die Menschen in den griechischen Flüchtlingslagern um weitere 50.000 Euro, hieß es. Man benötige aber dringend Spenden, um den vielen Betroffenen helfen zu können. Neben der akuten Hilfe kümmert sich Caritas international den Angaben zufolge auch um psychologische Betreuung und um Krankentransporte. Zudem würden Sprachkurse für Geflüchtete angeboten.

Papst holte Flüchtlinge nach Rom

Papst Franziskus hatte mehrmals Flüchtlinge von der Insel Lesbos nach Italien geholt. Sie werden dort gemeinsam durch das päpstliche Almosenamt und die Basisgemeinschaft Sant’Egidio betreut.

(pm/kna/vatican news – pr) 

24 Dezember 2019, 13:07