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Viele Hilfsprojekte der Päpstlichen Missionswerke Österreich gibt es in Afrika Viele Hilfsprojekte der Päpstlichen Missionswerke Österreich gibt es in Afrika 

Weltmissionssonntag: „Medizin gegen unseren Kirchenfrust“

Weltweit wird an diesem Wochenende der Weltmissionssonntag begangen. Als „Medizin gegen den Kirchenfrust“ empfiehlt der Nationaldirektor der päpstlichen Missionswerke in Österreich, Pater Karl Wallner, im Gespräch mit der „Grünen Welle Südtirol“ einen Blick auf die lebendigen Kirchengemeinden des Südens. Am Sonntag wird in den Gottesdiensten für Hilfsprojekte der Päpstlichen Missionswerke gesammelt, die Menschen in den ärmsten Weltregionen zugutekommen.

Papst Franziskus hat den gesamten Oktober 2019 zum „Außerordentlichen Monat der Weltmission“ bestimmt. Damit findet die „größte Solidaritätsaktion der Welt“ dieses Jahr in einem besonderen Rahmen statt, der den missionarischen Auftrag der Kirche ins Zentrum rückt. Der Papst feiert anlässlich des diesjährigen Weltmissionssonntags am 20. Oktober eine Messe im Petersdom, die Radio Vatikan live überträgt. In Deutschland wird der Sonntag der Weltmission hingegen nicht am vorletzten Oktobersonntag, sondern am 4. Sonntag gefeiert.

Pater Karl Wallner steht seit September 2016 an der Spitze von missio Österreich. Auf zahlreichen Reisen hat er sich in den letzten drei Jahren ein Bild von den Kirchen verschafft, die von den Päpstlichen Missionswerken Österreich unterstützt werden. Für ihn war es eine stärkende Erfahrung, das Glaubensleben in diesen Gemeinden einmal kennenzulernen.

„Ich sag deshalb: Seit drei Jahren lebe ich in einer neuen Kirche! Diese Lebendigkeit dieser armen, jungen Kirchen – in Afrika, Asien, Lateinamerika – wenn man das erlebt hat, wie dort der Glaube gelebt wird, wie vital das ist und wie jung die sind und wie viele Berufungen es dort gibt! Wenn man das erlebt hat, ist das wie ein Medikament, das ist eine Medizin gegen unseren Kirchenfrust, wo der Glaube stirbt und es immer weniger wird, wo Kirche nunmehr als Folklore verstanden wird usw. Wenn man dagegen diese Lebendigkeit in den Missionsländern erlebt hat, dann schöpft man wieder Kraft für das eigene Christsein hier.“

Die Kirche ist ihrem Wesen nach missionarisch

Im Pontifikat des lateinamerikanischen Papstes sei der Begriff der Mission zentral, erinnert Wallner. Franziskus wolle eine „missionarische Kirche“, eine Kirche des Hinausgehens, und liege damit auf Linie des Zweiten Vatikanischen Konzils.

„Da gibt es etwa diesen berühmten Satz, der lautet: Die Kirche ist ihrem Wesen nach missionarisch. Aber dieser Satz klingt sehr abstrakt, und der Papst hat das in ein Motto umgebrochen, das wir besser verstehen, wenn er sagt: Getauft und gesandt. Das heißt: Du bist nicht allein Christ, sondern du musst ausstrahlen, weitergeben, als Eltern den Kindern, als Arbeitskollege auch bezeugen, dass du gläubig bist und so weiter. Also wir müssen alle begreifen, dass wir nicht bloß eine Mission, eine Sendung haben, sondern dass jeder schon durch die Taufe eine Sendung ist, um in dieser Welt eben ein Licht des Glaubens und der Liebe anzuzünden.“

Ausgehend vom „Außerordentlichen Monat der Weltmission“ will der Nationaldirektor von missio Österreich das Thema Mission weiter starkmachen. Dazu habe man schon  konkrete Pläne, verrät er:

„Zum Beispiel, dass wir unsere Missionarinnen und Missionare bekannter machen. Das ist uns wirklich ein Anliegen. Wir haben 380 österreichische Missionarinnen und Missionare im Ausland und wir kennen sie nicht, ich kenne selbst nur ein paar von ihnen… Zweitens: Wir müssen die Priesterberufungen fördern. Drittens, das missionarische Gebet – Gott sei Dank haben wir in Österreich schon immer den lebendigen Rosenkranz gehabt, aber es ist ja kein Zufall, dass der Missionsmonat mit dem Rosenkranzmonat Oktober zusammenfällt und dass der Papst uns immer wieder sagt: Fangt mit dem Gebet an. Er sagt das in seiner Videobotschaft zum Weltmissionsmonat, dass das Gebet die stärkste missionarische Waffe ist. Und ich glaube, solche Dinge, die werden wir sehr stark fortsetzen.“

Existenz absichern

Weltweit gibt es in der katholischen Kirche 2.500 Diözesen, von denen mehr als 1.100 in den ärmsten Ländern der Welt liegen. Deren pastorale und soziale Arbeit wird durch die Missio-Sammlung oft erst ermöglicht, da diese auch jenen Ortskirchen, die von keiner Diözesan- oder Pfarrpartnerschaft erreicht werden, ein „Existenzminimum“ zusichert. „Mehr als eine Milliarde Katholiken unterstützt gemeinsam die Allerärmsten durch Gebet und Spenden. So kann die Kirche vor Ort den Menschen an Leib und Seele helfen“, heißt es von Seiten der Päpstlichen Missionswerke dazu. Selbst die ärmsten Pfarren der Welt seien an der Aktion mit Gebeten und Sammlungen beteiligt.

Für die gerechte Verteilung der Gelder sind die örtlichen Missionswerke in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Päpstlichen Nuntiaturen zuständig. In Österreich wird heuer als Schwerpunktland auf Myanmar verwiesen. Von der heimischen Sammlung unterstützte Kirchenprojekte in dem südostasiatischen Land widmen sich insbesondere dem Problem der Unterdrückung von Minderheiten und des weit verbreiteten Menschenhandels. Darunter sind etwa Ordenszentren der Gemeinschaft „Unsere Liebe Frau von der Mission“, die von Zwangsprostitution betroffenen Mädchen und Frauen u.a. eine HIV/Aids-Klinik sowie Schulen, Werkstätten und eine Schneiderei-Ausbildung bieten.

(grüne welle/missio/kap – pr)

18 Oktober 2019, 17:43