Suche

Vatican News
Gerd Müller (links) mit Außenminister Heiko Maas Gerd Müller (links) mit Außenminister Heiko Maas  (ANSA)

Entwicklungsminister: Nur noch Fairtrade-Kaffee für die Kirche

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller fordert mehr kirchliches Engagement im Klimaschutz. „Wir müssen mutiger, sichtbarer und hörbarer werden, um die Schöpfung zu bewahren und die Welt zu einem friedlicheren und sichereren Ort zu machen“, forderte der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am Montag beim Jahresempfang des Bistums Augsburg.

Müller appellierte für eine neue Verantwortungsethik, die nicht an den Anderen abgeschoben werden dürfe, sondern bei einem selbst beginnen und eine Veränderung im Lebensstil und im Konsum zur Folge haben müsse. „Wir leben über die Verhältnisse anderer“, mahnte er. Christen stünden in der Verantwortung vor Gott, dem Nächsten und aktuell vor einer Weggabelung. „Führen wir den Planeten an den Rand der Apokalypse oder besinnen wir uns“, fragte der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

„Kein Erkenntnisproblem, sondern ein Handlungsproblem“

Minister Müller, Mitglied im Zentralkomitee der Katholiken, nahm auch die Kirchen in die Pflicht, indem er sie zu noch mehr Engagement im fairen Handel und im Bereich Klimaschutz aufrief. Kirchliche Einrichtungen sollten beispielsweise nur noch fair gehandelten Kaffee ausschenken. Zudem müssten alle Pfarr- und Bischofshäuser klimaneutral betrieben werden. Mehrfach zitierte der Minister in diesem Zusammenhang Papst Franziskus, der dazu aufgefordert hatte, die Globalisierung der Gleichgültigkeit zu überwinden. „Partnerschaft statt Ausbeutung“ müsse es heißen. „Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Handlungsproblem“, stellte Müller mit Blick auf die großen Zukunftsfragen der Menschheit fest.

Kirche als „größte Entwicklungs- und Friedensorganisation der Welt“

Den Religionen, speziell der katholischen Kirche, komme im Kampf für mehr Frieden, Gerechtigkeit und Klimaschutz eine wichtige Rolle zu. Als „größte Entwicklungs- und Friedensorganisation der Welt“ sei sie auf allen Kontinenten präsent und setze sich für das Recht jedes Menschen auf ein Leben in Würde ein. „Wir Christen stehen für Toleranz und Menschenrechte, wir kämpfen für Gerechtigkeit.“

(pm – tg)

08 Oktober 2019, 12:22