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San Giulio in Monteverde: Frauen bereiten den Altar vor, nachdem ihn Papst Franziskus bei seinem Besuch in der römischen Pfarrei im April 2019 geweiht hat San Giulio in Monteverde: Frauen bereiten den Altar vor, nachdem ihn Papst Franziskus bei seinem Besuch in der römischen Pfarrei im April 2019 geweiht hat 

Katholikinnen fordern Geschlechtergerechtigkeit

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands hat am Montag eine Aktionswoche für Geschlechtergerechtigkeit begonnen. Die Vorsitzende des katholischen Frauenverbandes (kfd), Mechthild Heil, erläutert im Gespräch mit der katholischen Nachrichtenagentur, was die Initiative bewegen will.

Mit der kfd-Aktionswoche unter dem Motto „Macht Euch stark für eine geschlechtergerechte Kirche!“ wolle man den ersten Punkt der neuen Verbandsoffensive setzen, erklärte Mechthild Heil, die dem mit 450.000 Mitgliedern größten katholischen Frauenverband in Deutschland vorsteht. „Sie ist eine Fortführung unserer erfolgreichen Werbekampagne Frauen. Macht. Zukunft. Wir haben überlegt, wie wir sie verstetigen können.“ Es gebe eine neue Verbandsoffensive: kfd – die macht.für dich. für alle. Und die Aktionswoche bilde den Auftakt dafür.

Frauen in der Kirche: die Frage der Teilhabe an Ämter und Verantwortung

„Wenn Frauen in der Kirche zusammen sind, sprechen sie auch immer wieder über Teilhabe an Ämtern und Verantwortung,“ führte Heil weiter aus. „Jetzt ist die Zeit gekommen, dass wir uns mit diesem Thema, das die gesamte Gesellschaft bewegt, auseinandersetzen. Da bricht im Moment etwas auf“. Im Sommer habe man bei der Bundesversammlung ein Positionspapier zu Diensten und Ämtern vorgelegt. Es sei einstimmig angenommen worden und unterstreiche den großen Rückhalt für dieses Anliegen.

Über die große Resonanz der Initiative Maria 2.0 sei man ein bisschen verwundert gewesen, schließlich sei das Anliegen nicht neu, gab die kfd -Vorsitzende zu bedenken. Es habe wohl sehr viel mit dem Machtmissbrauch und dem Missbrauch von Kindern in der katholischen Kirche zu tun. Viele Frauen hätten gesagt: „Jetzt ist wirklich Schluss, das können wir nicht weiter ertragen. Auch aus einer ganz persönlichen Betroffenheit - wenn es um Kinder geht, denken Frauen gleich: Das sind unsere Kinder, unsere Enkelkinder, unsere Familien.“

„[ Wenn man die Geschichte der Kirche sieht, dann hat sich in den letzten 2.000 Jahren auch viel geändert ]

Zu den zunehmenden Protesten katholischer Frauen gab die Vorsitzende zu bedenken, dass man über Jahre und Jahrzehnte versucht habe, die Frauen kleinzuhalten. Deshalb sei Protest heute das Mittel der Zeit, anders könne man sich in der modernen Welt kein Gehör verschaffen. Wie der Protest aber auszusehen habe, und ob es gleich ein Boykott sein müsse, sei jeder Gemeinde und jeder Frau vor Ort selbst überlassen.

Die Kirche von innen heraus partnerschaftlich erneuern

„Wir haben im Frühjahr mit der Aktion "#MachtLichtAn" ganz bewusst vor den Türen der Kirchen demonstriert, mit der Idee, Licht ins Dunkel zu bringen,“ unterstrich Heil. „Aber natürlich fühlen wir uns auch als Teil der Kirche und wollen sie deshalb nicht boykottieren. Es geht uns darum, sie von innen heraus partnerschaftlich zu erneuern.“

Der Begriff der Macht: mitunter negativ und männlich besetzt

Man habe sich natürlich auch mit dem Begriff der Macht auseinandersetzen müssen, der mitunter negativ und eher männlich besetzt sei. „Wir haben uns gefragt: Kann der Begriff im Zusammenhang mit Frauen adäquat sein? Wir finden: Ja. Macht bedeutet nicht automatisch despotische Macht. Denn Macht kommt von machen: Nur wenn man Macht hat, kann man etwas machen; das weiß jeder. Deshalb muss Macht in unserer Gesellschaft zwischen Mann und Frau gleich verteilt sein. Und es geht auch um Verantwortung für das große Ganze,“ gab Heil zu bedenken.

Natürlich hoffe der kfd, seine Anliegen im Herbst beim „synodalen Weg“ der deutschen Bischöfe einbringen zu können. „Wir können das; meine Stellvertreterin Agnes Wuckelt ist bei den Vorforen dabei, und wir hoffen, dass sich das auch verstetigen wird. Es ist klar, dass wir als großer Frauenverband dabei sein wollen und dass es wichtig ist, dass die Kirche – die Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken – sagt: Ihr müsst dabei sein,“ so die kfd-Vorsitzende.

(kna - skr)

 

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23. September 2019, 14:27