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Der Apostolische Nuntius Erzbischof Eterovic Der Apostolische Nuntius Erzbischof Eterovic  (ANSA)

Eterovic zum Synodalen Weg: Finalität soll Evangelisierung sein

Der Vatikanbotschafter in Deutschland, Nikola Eterovic, hat die deutschen Bischöfe an die Bedeutung des Papstbriefes vom Juni als Grundlage des Synodalen Weges erinnert.

Ziel des Synodalen Weges müsse die Evangelisierung sein, kommentierte der Kurienerzbischof den Papstbrief „An das pilgernde Volk Gottes“ vom 29. Juni 2019. Eterovic äußerte sich in einem am Montagabend veröffentlichten Grußwort zum Auftakt der Herbstvollversammlung der Bischöfe in Fulda. Für die Wirksamkeit der Evangelisierung sei „die Einheit zwischen Universalkirche und Teilkirchen wesentlich“, betont Eterovic darin.

Ein eigenes Papstschreiben an Deutschlands Kirche

Der jüngste Papstbrief an Deutschlands Kirche verdiene „besondere Aufmerksamkeit“, so der Papstvertreter in dem Land: Es sei das erste Mal nach der Enzyklika Pius‘ XI. Mit brennender Sorge, dass der Papst den Gliedern der katholischen Kirche in Deutschland ein eigenes Schreiben widme, unterstrich Eterovic - wenn er auch zugleich einräumte, dass der Unterschied zwischen beiden Dokumenten groß sei: „Denn die Enzyklika vom 14. März 1937 prangert die unzulässigen Eingriffe des nationalsozialistischen Regimes in die Angelegenheiten der Katholischen Kirche an, während das aktuelle Schreiben innerkirchliche Themen aufgreift.“

“ Aus den Worten des obersten Pontifex folgt klar und deutlich, dass die Finalität des Synodalen Weges die Evangelisierung sein muss. Für die Wirksamkeit der Evangelisierung ist die Einheit zwischen Universalkirche und Teilkirchen wesentlich. ”

Synodalität keine „Meinungsumfrage“

Eterovic empfahl den deutschen Bischöfen, „die Gottesfrage in den Mittelpunkt der synodalen Reflektionen“ zu stellen. Über die konkrete Bedeutung des Synodalen Weges werde zwar noch diskutiert, allerdings bedeute Synodalität keine „Meinungsumfrage“ oder „soziologische Erhebung“, griff Eterovic Formulierungen des Papstbriefes auf. Es gehe laut Papst Franziskus darum, „sich gemeinsam auf den Weg zu begeben mit der ganzen Kirche unter dem Licht des Heiligen Geistes, unter seiner Führung und seinem Aufrütteln, um das Hinhören zu lernen und den immer neuen Horizont zu erkennen, den er uns schenken möchte. Denn die Synodalität setzt die Einwirkung des Heiligen Geistes voraus und bedarf ihrer“ (vgl. Papstbrief „An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“, Nr. 3).

Beim „Synodalen Weg“ diskutieren Bischöfe und Laien ab Dezember unter anderem über Macht und Gewaltenteilung in der Katholischen Kirche, Sexualmoral und priesterliche Lebensform sowie die Rolle der Frau. Der Reformdialog und der Papstbrief vom Juni sind Gegenstand der Beratungen der deutschen Bischöfe, die noch bis Donnertag zur Vollversammlung in Fulda zusammenkommen.

(dbk – pr)

24 September 2019, 10:05