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Vatican News
Maria mit Jesuskind Maria mit Jesuskind  (©CURAphotography - stock.adobe.com)

D: Mit Maria 8.0 Geduld, Dialog und Zuhören lernen

Maria 2.0 ist die Bewegung von katholischen Frauen, die sich für mehr Frauenrechte in der Kirche einsetzt. Maria 8.0 ist aber keine weitere Stufe dieser Aktion, sondern befasst sich damit, was Mariä Himmelfahrt mit der katholischen Soziallehre zu tun hat. Denn Maria sei ein perfektes Vorbild für alle Christen und vielleicht auch für Maria 2.0, meint Moraltheologe Peter Schallenberg im Gespräch mit dem Domradio.

Der Paderborner Moraltheologe hatte seine Kolumne in der Tagespost „Maria 8.0“ übertitelt und meinte das „etwas augenzwinkernd“, wie er sagt. Er dachte, das könnte man zum Anlass nehmen, um auf den achten Tag hinzuweisen, von dem Augustinus spricht. Das sei also nicht als polemischer Angriff auf Maria 2.0 gedacht, fügt er an. Schallenberg:

„Bei Augustinus spielt die eine ganz große Rolle. Er vertrat die Vorstellung, dass in sieben Tagen die Welt geschaffen wurde. Diese symbolische Zahl wird aber von Gottes Barmherzigkeit und Gottes Güte noch durch die Zahl Acht überboten. Augustinus wollte mit dieser Theorie das zum Ausdruck bringen, was der Mensch aus eigener Kraft nicht schafft, nämlich in Liebe und in Frieden und ohne Aggression zu leben. Der Mensch lebt außerhalb des Paradieses und hat die Zahl Sieben zerbrochen. Das schafft Gott jetzt neu. Deswegen ist der achte Tag der Tag der Auferstehung.“

Maria als Mensch des achten Tages

Maria sei nun exemplarisch der Mensch des achten Tages. Und deswegen sei sie mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen, weil sie nach dem Tode keinerlei Erlösung durch Reinigung und Fegefeuer nötig hatte. Was die Initiative Maria 2.0 betrifft, so könnten sich Frauen mit ihren Forderungen Unterstützung bei Maria holen.

„Durch Geduld, durch Dialog, durch Zuhören. Das gilt natürlich für beide Seiten. Ich bin nicht berufen und kompetent, um den Initiatorinnen und denjenigen, die bei Maria 2.0 mitgemacht haben, gute Ratschläge zu geben. Aber mir scheint, ganz ernsthaft und ganz wohlwollend gesagt, der Weg der Gottesmutter, wie er uns in den Evangelien vor Augen gestellt ist, der richtige zu sein. Maria war öfters verstört durch das, was geschah, und auch das, was Jesus ihr sagte. Maria bewahrte aber alles in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Und das ist sicherlich nicht nur ein stilles Nachdenken gewesen, sondern ein gesprächiges mit ihren Familienangehörigen, mit Josef und anderen aus Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis. Wie Maria versuchen wir der oftmals sehr rätselhaften Spur Gottes in unserem Leben und in der Kirchengeschichte nachzukommen. Das ist mühsam, das ist anstrengend. Aber Maria ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass es sich lohnt, über Gottes Pläne und Gottes Gedanken nachzudenken.“

(domradio – mg)

16 August 2019, 11:51