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Archivbild: Bischof Felix Genn suspendierte Pfarrer Zurkuhlen Archivbild: Bischof Felix Genn suspendierte Pfarrer Zurkuhlen  (Bistum Muenster)

Missbrauchsbeauftragter lobt Bistum Münster im Predigt-Fall

Für seine Reaktion auf den Fall Zurkuhlen hat das Bistum Münster vom Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, Lob erhalten. „Die Suspendierung und umfassenden Sanktionen durch Bischof Genn sind aus meiner Sicht sachgerecht und angemessen“, sagte Rörig der Verlagsgruppe Bistumspresse am Freitag in Osnabrück.

Auch die „klaren Reaktionen“ der Gemeindemitglieder, die den Gottesdienst während der Predigt verlassen hatten, sowie den Gesprächsabend eine Woche später in der Münsteraner Heilig-Geist-Kirche bewertete er positiv. „Es zeigt, dass diese Katholiken eine klare Haltung gegen jegliche Rechtfertigungs- und Beschwichtigungsversuche haben“, so Rörig.

Er hoffe, dass „die absolut berechtigte Empörung“ über das Verhalten des Pfarrers „in positive Energie für eine umfassende Aufklärung und unabhängige Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs im Bereich der katholischen Kirche umschlägt“. Das sei notwendig, um „noch immer vorhandene Widerstände gegen die Aufarbeitung“ aufzubrechen.

Bischof Felix Genn suspendierte den Pfarrer

Münsters Bischof Felix Genn hatte den emeritierten Pfarrer Ulrich Zurkuhlen am Mittwoch jegliche weitere Seelsorgetätigkeit untersagt. Er darf nicht mehr öffentlich Gottesdienste feiern, nicht predigen und keine Beichte abnehmen. Der Geistliche hatte in einem Gottesdienst dafür geworben, einander vergeben zu können, und dies ausdrücklich auch auf Priester bezogen, die Minderjährige sexuell missbraucht haben. Er sprach dabei von einem befreundeten Priester, dem Missbrauch Minderjähriger zur Last gelegt werde.

Zahlreiche Gottesdienstbesucher hatten daraufhin unter Protest die Kirche verlassen und kritisiert, dass er nicht auf die Perspektive und das Leid der Opfer eingegangen war. In den Medien hatte Zurkuhlen auch später noch seine Predigt verteidigt und geäußert, die Taten seien für die betroffenen Kinder vielleicht „nicht so tragisch“ gewesen, da sie Missbrauchstäter auch nach den Taten noch aufgesucht hätten.

(kna – vm)

12 Juli 2019, 11:44