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Traurige Gewissheit: Frauen mit Behinderung sind am Arbeitsmarkt doppelt benachteiligt Traurige Gewissheit: Frauen mit Behinderung sind am Arbeitsmarkt doppelt benachteiligt  (AFP or licensors)

D: Akademikerinnen mit Behinderungen gesucht

Der Hildegardis-Verein bricht eine Lanze für Akademikerinnen mit Behinderungen. Ein neues Mentoring-Programm soll ihnen den (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben erleichtern.

Ab sofort werden insgesamt 40 Akademikerinnen mit Behinderungen als Mentees, sowie 40 schwerbehinderte Akademikerinnen mit Berufserfahrung gesucht, die ihre Erfahrung als Mentorinnen weitergeben möchten. Der erste Durchgang des ein Jahr dauernden Mentoring-Prozesses startet im Dezember, weitere 20 Tandems sollen im Juni 2020 ihre Arbeit aufnehmen.

Wie Hannah Schepers, Vorstandsmitglied des Hildegardis-Vereins, erklärt, geht der Hildegardis-Verein mehr als zehn Jahre nach dem bundesweit ersten Mentoring-Projekt für Studentinnen mit Behinderung damit einen Schritt weiter: Neben der Inklusion an Hochschulen will man nun auch die berufliche Teilhabe von Akademikerinnen mit Behinderungen voranbringen.

Frauen mit Behinderungen: geringere Karriere- und Beschäftigungschancen als Männer

„Es zeigt sich immer wieder, dass hochqualifizierte Frauen mit Behinderungen geringere Karriere- und Beschäftigungschancen als Männer haben. Als Hildegardis-Verein wollen wir daran mitwirken, dass sich dies ändert,“ unterstreicht Schepers. Gefördert von der Contergan-Stiftung hatte der Hildegardis-Verein von 2008 bis Juni 2013 bereits ein Mentoring-Programm für 60 Studentinnen mit Behinderung durchgeführt.

Das neue Mentoring-Programm ist Bestandteil des im Oktober 2018 begonnenen Projektes „iXNet - inklusives Expertinnen-Netzwerk“. Es will Akademikerinnen neben dem digitalen Austausch auf der Online-Plattform auch persönlich unterstützen.

Bewerbungsfrist ist der 31. August 2019

Bewerbungsfirst für den im Dezember beginnenden ersten Durchgang ist der 31. August 2019. Um der beobachteten doppelten Benachteiligung von Frauen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt Rechnung zu tragen, können in diesem Durchgang ausschließlich weibliche Mentees teilnehmen. Der im Juni 2020 startende zweite Durchgang richtet sich an männliche und weibliche Mentees. Als Mentor kommen in beiden Durchgängen Frauen und Männer mit Behinderungen und Beein-trächtigungen in Frage.

Hintergrund

Als ältester Verein zur Förderung von Frauenstudien in Deutschland verfügt der Hildegardis-Verein über eine mehr als hundertzehnjährige Erfahrung bei der individuellen und zielgerichteten Unterstützung von Frauen und führt seit Jahren erfolgreich Mentoring-Programme und andere Projekte für Studentinnen und Akademikerinnen insbesondere im Bereich Inklusion und Kirche durch.

(pr – skr)
 

05 Juli 2019, 13:35