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Österreich: Militärbischof Freistetter wird Apostolischer Administrator in Gurk

Rom hat auf den Visitationsbericht des Salzburger Erzbischofs Franz Lackner im Bistum Gurk-Klagenfurt reagiert: wie an diesem Freitag bekannt gegeben wurde, hat Papst Franziskus den Österreichischen Militärbischof Werner Freistetter zum Apostolischen Administrator „sede vacante et ad nutum Sanctae Sedis“ ernannt.

Darüber hinaus sei der Heilige Stuhl noch mit der Bewertung des „komplexen Geschehens“ in der Diözese befasst, das durch die Apostolische Visitation ans Licht gekommen sei, gab der Interims-Pressesprecher des Papstes, Alessandro Gisotti, zeitgleich mit der Veröffentlichung der Ernennung bekannt.

Damit wird in der Kärntner Diözese eine neue Phase eingeleitet. Mit der Ernennung des Apostolischen Administrators wird gleichzeitig der aktuelle Administrator des Bistums, Engelbert Guggenberger, abgelöst. Seit knapp einem Jahr führte der Priester, der unter Bischof Schwarz als Generalvikar fungierte, die Amtsgeschäfte in der Diözese. Beobachter vermuten, dass die Ernennung eines Apostolischen Administrators rechtliche Gründe habe. So erklärte der österreichische Theologe Paul Zulehner mit Blick auf Gerüchte über den bevorstehenden Stabswechsel bereits am Donnerstagabend dem ORF: „Nach einem Jahr weiten sich die Kompetenzen eines Administrators aus. Offensichtlich wollte man das verhindern.“ Guggenberger ist seit dem 2. Juli 2018 im Amt.

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Am Donnerstagabend äußerte sich auch der Wiener Kardinal Christoph Schönborn in einem Gottesdienst zur Situation in Gurk-Klagenfurt, ohne aber über Guggenberger zu sprechen. Die Kirche in Kärnten erlebe „nicht einfache Zeiten“, betonte der Kardinal. Viele fragten sich angesichts des weiter schwelenden Konflikts, was mit der Kirche los sei, es gebe auch viele Kirchenaustritte. Dies verwundere nicht, bekannte Schönborn; es gebe hier auch „nichts zu beschönigen“. In der von einem Finanzskandal geschüttelten Diözese Gurk-Klagenfurt wird ermittelt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung bei einer Großspende. Außerdem gibt es Vorwürfe wegen angeblich fragwürdiger Personalentscheidungen sowie undurchsichtiger Vorgänge im Amts-, Führungs- und Lebensstil von Bischof Alois Schwarz, der die Diözese von 2001 bis Mitte 2018 leitete. Dieser weist die Vorwürfe kategorisch zurück. Er ist inzwischen Bischof von Sankt Pölten.

Das Gurker Domkapitel wählte daraufhin Guggenberger zum Administrator, um das Bistum bis zur Ernennung eines neuen Bischofs zu leiten. Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner hatte nach Abschluss einer vom Vatikan angeordneten Visitation im Bistum eine kritische Bilanz gezogen und gesagt: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es zu keinen personellen Konsequenzen kommen wird.“ Die Diözese befinde sich in einer „Ausnahmesituation“. Er habe während seiner Visitation viel zerrüttetes Vertrauen und Ängste bei Gläubigen und Mitarbeitern in Kärnten gespürt.

(vatican news/kap - cs)

28 Juni 2019, 12:22