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Der Büdner Steinbock, Symbol des Hauptortes des Bistum Chur Der Büdner Steinbock, Symbol des Hauptortes des Bistum Chur  (ANSA)

Ein Nachruf: Zum Tod von Bischof Grab+

Unser Kollege Mario Galgano war von 2004 bis 2006 Pressesprecher der Schweizer Bischofskonferenz und ein enger Mitarbeiter des am Sonntag verstorbenen früheren Präsidenten der Bischofskonferenz, Amedée Grab. Hier ein Nachruf.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Er war nicht nur mein ehemaliger Chef bei der Bischofskonferenz, sondern auch mein Bischof, da ich aus dem Bistum Chur stamme. Bischof Amedée war als Benediktiner des Innerschweizer Klosters Einsiedeln ein Kirchenmann, der sich gerne an seine Wurzeln erinnerte und sich auch darauf in seinen Worten und Taten besann. Er war mit dem Kloster aber genauso verbunden wie mit Chur und seiner eigentlichen Heimatstadt Genf, wo er aufgewachsen war.

Für uns Mitarbeiter bei der Bischofskonferenz war er schlicht und einfach ein „echter“ Schweizer, der sich sowohl mit der französischsprachigen Schweiz im Westen als auch mit der Deutschschweizer Realität auskannte und sie auch als Präsident der Bischofskonferenz prägte. Auch die italienische und gar rätoromanische Schweiz kamen bei ihm nicht zu kurz. Eine Schweizer Qualität, die er einwandfrei verkörperte, war die „neutrale Haltung“. Viele bezeichneten ihn deshalb gerne als „Diplomat in und für die Kirche“, der die verschiedenen „katholischen Seelen“ in der Schweiz miteinbeziehen konnte.

Ein Mann des Ausgleichs

Ohne Zweifel, die katholische Kirche in der Eidgenossenschaft hat einen Kirchenmann verloren, den man auch heute nicht nur im Bistum Chur gerne hätte. Ein Mann des Ausgleichs, der nicht polarisiert und dennoch die Dinge beim Namen nennt.

Symbolisch ist wohl der Steinbock, den man im Bistum Chur im Kanton Graubünden antreffen kann, jenes Tier, welches Grab verkörpert. Vielleicht wirkt er auf den ersten Blick stur, doch beim genauen Hinschauen sieht man ein sympathisches Wesen, der einfach zu jenem Ort passt.

Auf menschlicher Ebene wird uns seine Lebensfreude, Ironie und Wissen fehlen. Sein Lächeln prägte eindeutig sein Bild, was jeder, der ihn kannte, von ihm im Herzen behält. Möge er ruhen in Frieden und das Ewige Licht leuchte ihm.

(vatican news)

20 Mai 2019, 14:39