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Niki Lauda, 1949-2019 Niki Lauda, 1949-2019  (AFP or licensors)

Österreich: Caritas-Mann würdigt soziale Seite von Niki Lauda

Der verstorbene Rennfahrer und Geschäftsmann Niki Lauda hatte eine wenig bekannte soziale Seite. Darauf macht der Generalsekretär der Wiener Caritas Klaus Schwertner aufmerksam. Lauda, der übrigens als später Vater wieder in die katholische Kirche eintrat, habe beim Bürgerkrieg von Ruanda in den 1990er Jahren mit viel persönlichem Einsatz geholfen.

„Unerschrocken und auf eigene Kosten pilotierte er eine Lauda-Air-Maschine, vollgepackt mit Hilfsgütern wie Medikamenten und Nahrungsmittel für die von der Caritas betreuten Flüchtlinge“, schreibt Schwertner auf facebook. Der erste Hilfsflug sei 1994 nach Bujumbura gegangen, die Hauptstadt von Ruandas Nachbarstaat Burundi, 1996 sei Lauda dann direkt nach Kigali, Hauptstadt Ruandas, geflogen.

Als Unternehmer sei der Österreicher „eher auf seinen eigenen Vorteil bedacht“ gewesen, aber seine Hilfsaktion habe er damals mit den Worten begründet: „Wenn man diese Bilder sieht, weiß man, dass es dort um die Ärmsten der Welt geht. Sie haben fast keine Möglichkeit, selber zu überleben, darum müssen wir ihnen helfen."

Lauda ließ seine Kinder taufen

Niki Lauda, der zusammen mit Arnold Schwarzenegger als berühmtester lebender Österreicher gelten durfte, war in jungen Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten, um Kirchensteuer zu sparen, wie er in Interviews erzählte. Nach der Geburt seiner Zwillinge 2011 trat er nach eigenen Angaben wieder ein und ließ seine Kinder taufen. „Ich könnte auch taufen, ohne diesen Schritt zu machen“, erklärte Lauda in einem Interview der österreichischen Tageszeitung „Kurier“, „aber ich bin ein Schwarz-Weiß-Denker.“ Er habe das Gespräch mit einem Pfarrer gesucht, „der war richtig gut“. Er werde aber „der kritischste Katholik überhaupt sein”, erklärte Lauda damals. Aus einer ersten Ehe hatte der Ex-Rennfahrer zwei erwachsene Söhne sowie aus einer weiteren Verbindung einen unehelichen Sohn. 

“ Ich habe Unfälle, Tod und Auferstehung erlebt ”

Niki Lauda kam am 22. Februar 1949 als Sohn einer großbürgerlichen Familie in Wien zur Welt. Seinen ersten WM-Titel erkämpfte er 1975. Ein Jahr später hatte er einen schweren Feuerunfall auf dem Nürburgring und erhielt die Sterbesakramente, stieg aber 30 Tage später wieder ins Cockpit. 1977 und 1984 wurde Niki Lauda erneut Weltmeister. 1979 gründete er als Unternehmer eine Airline. 1991 stürzt eine Boeing der Lauda-Air über dem Dschungel von Thailand ab. 2018 musste sich der Österreicher einer Lungentransplantation unterziehen. „Ich habe Unfälle, Tod und Auferstehung erlebt", sagte Lauda über sein Geschick.

(vatican news - gs)

21 Mai 2019, 10:48