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Konzentrationslager Dachau bei München Konzentrationslager Dachau bei München 

D: Überraschender Gräberfund von polnischen KZ-Priestern

In München wurden die verschollen geglaubten Gräber von vier seliggesprochenen Priestern gefunden. Wie der Verein „Selige Märtyrer von Dachau“ am Donnerstag mitteilte, seien auf dem Friedhof Perlacher Forst Listen über den Verbleib ihrer Urnen entdeckt worden.

Fund wirft neue Fragen auf

Bisher hatte der Verein gemäß der Lagerakten vermutet, die im Konzentrationslager Dachau Inhaftierten seien in den Gaskammern von Schloss Hartheim bei Linz getötet worden. Nun aber bestätigte der Friedhofsverwalter, dass Urnen mit den Namen von Narcyz Turchan, Michal Wozniak, Stefan Grelewski und Ludwik Roch Gietyngier in den Listen des Friedhofs im Münchner Südosten auftauchten. Das wirft neue Fragen über die Todesumstände auf.

Nazis wollten Gedenken verhindern

Der Verein geht nun davon aus, dass die ausgemergelten Häftlinge den geplanten Transport nach Hartheim zwischen November 1941 und Mai 1942 nicht überlebten. Die Leichen seien daraufhin in München kremiert und dort beigesetzt worden. Die Nationalsozialisten waren bemüht, die Verehrung ihrer Opfer als Märtyrer zu verhindern. Heute befänden sich die Urnen im Ehrenhain für Opfer des Nationalsozialismus.  

Tausende Kleriker getötet

In Dachau bei München inhaftierten die Nazis nach ihrer Machtübernahme mehr als 200.000 Menschen, weil sie politische Gegner, Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle oder eben Geistliche waren. Mehr als 2.700 von ihnen, darunter die meisten aus Polen, waren dort inhaftiert, fast die Hälfte starb. Die katholische Kirche sprach bisher mehr als 50 von ihnen selig, darunter auch den Sorben Alojs Andritzki und Karl Leisner. Der Gedenktag ist am 12. Juni. 

(kap– fr)

03 Mai 2019, 14:58