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Papst Franziskus in der Schweiz - Juni 2018 Papst Franziskus in der Schweiz - Juni 2018  (ANSA)

Schweiz: Kirche muss realistisch haushalten

Kürzlich rief der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke dazu auf, über Alternativen zur Kirchensteuer nachzudenken. Nicht nur in Deutschland sind Neuerungen im Finanzsystem der Kirche ein Thema. Ihre Rechnung für das Jahr 2018 schließt die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) mit einem kleinen Gewinn ab.

Nach Jahren der Übergangsregelungen, Umstellungen und Neuregelungen war 2018 das erste „normale“ Rechnungsjahr im neuen schweizerischen Finanzierungsmodus. Die RKZ, ein Zusammenschluss der Kantonalkirchen, wandte für ihre Ausgaben rund 12,75 Millionen Franken (etwa 11.394.900 Euro) auf und schloss die Rechnung mit einem Ertragsüberschuss von 325.000 Franken (etwa 290.457 Euro). 

Gutes Ergebnis trotz finanzieller Herausforderungen

Die RKZ wurde vergangenes Jahr mit finanziellen Herausforderungen konfrontiert, unter anderem durch Ausgaben für den Besuch von Papst Franziskus im vergangenen Juni in Genf sowie Aufwendungen für verjährte Fälle sexueller Übergriffe im kirchlichen Umfeld. Zum dennoch guten Rechnungsergebnis trugen neben höheren Mitgliederbeiträgen nicht budgetierte Eigenleistungen, etwa der Ertrag aus dem Basislehrgang Kirchenmanagement, und Minderausgaben in unterschiedlichen Bereichen bei, heißt es im RKZ-Bericht.

Tendenz teilweise rückläufig

Die Herausforderungen seien allerdings keineswegs bewältigt, denn die finanzielle Lage und die Mitgliedzahlen der Kantonalkirchen sei unterschiedlich. Während Schwyz, Glarus, Zug und Appenzell Innerrhoden eine Steigerung der Einnahmen um mehr als 20 Prozent verzeichneten, gingen die Erträge in Neuenburg, dem Tessin und Solothurn bis um vier Prozent zurück.

Mitgliederzahlen werden spürbar sinken

Auch weist die RKZ auf die anstehende Reform der Unternehmenssteuern hin. Die jährlich rund ein Prozent Kirchenaustritte und der Geburtenrückgang seien in etlichen Kantonen lange Zeit durch Zuwanderung katholischer Ausländerinnen und Ausländer wettgemacht worden. Mit „rückläufiger Zuwanderung und sinkendem Anteil der Katholiken an den Zugewanderten kommt diese Entwicklung in absehbarer Zeit ans Ende“, weswegen die RKZ mit Ertragsrückgängen rechnet.

Hoher Einsatz - mit Aussicht auf Erfolg

Im Dialog mit der SBK und mit den mitfinanzierten Einrichtungen müsse der Mittelbedarf für die gesamtschweizerisch und sprachregional wahrzunehmenden Aufgaben mit den zur Verfügung stehenden Mitteln in Einklang gebracht werden. Die Entwicklungen der letzten Jahre würden Anlass zur Zuversicht geben, „dass die notwendigen Schritte zu tragfähigen Ergebnissen führen werden, auch wenn sie Kraft kosten und Zeit brauchen“, schreibt die RKZ.

(kath.ch – ap)

03 April 2019, 12:20