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Neuer Umgang mit Finanzen Neuer Umgang mit Finanzen   (AFP or licensors)

Eichstätter Bischof: Für kreativere Finanzierungswege

Gregor Maria Hanke zeigt Alternativen zur Kirchensteuer auf und plädiert für Freiwilligkeit. Staatsgelder könnten ihm zufolge direkt in kirchliche Einrichtungen fließen und somit allen zugutekommen.

Der Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke, stellt das Finanzsystem der deutschen Kirche infrage. „Ich möchte nicht einer sofortigen Abschaffung der Kirchensteuer das Wort reden“, betonte er. Dennoch, so sagte er der "Augsburger Allgemeinen", sei eine Diskussion über neue und kreativere Wege nötig, denn aufgrund der Kirchenaustritte und der demografischen Entwicklung würden die Kirchensteuereinnahmen „spätestens in zehn Jahren einbrechen“.

Verzicht auf Privilegien

Auch die Finanzzuschüsse des Staates aus dem allgemeinen Steuertopf sieht Hanke unter zunehmenden Rechtfertigungsdruck: „In Deutschland gibt es immer weniger Kirchenmitglieder, sodass es die Mehrheit der Deutschen irgendwann einmal nicht mehr einsehen wird, für die Kirchen zu zahlen.“ Die Kirche müsse „die Bereitschaft aufbringen, auf Privilegien zu verzichten“, die Staatsleistungen könne man abschaffen.

Eine andere Lösung sieht er darin, die personengebundenen Staatsleistungen in kirchliche Einrichtungen einzuspeisen, die der Allgemeinheit dienten, etwa in Schulen, denn so, erklärt er, „hätte auch der nicht kirchlich gebundene Steuerzahler die Gewähr, dass sein Geld zu allgemeinem Nutzen verwendet wird.“ Patentrezepte gäbe es da nicht, doch der Bischof verweist auf Österreich, wo die Kirche selbst ihre Beiträge eintreibt. Freiwilligkeit sei immer ein guter Weg.

Positive Reaktionen in der Politik

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz begrüßte Hankes Vorstoß. „Dass die Beträge in Vereinbarung mit den Kirchen tatsächlich dorthin fließen, wo die Kirchen dankenswerterweise Infrastrukturaufgaben des Staates übernehmen, ist ein sehr bedenkenswertes Modell“, sagte der religionspolitische Sprecher der Grünen. Die Politik sei „in der Pflicht, die Debatte neu anzustoßen“.

(aa/kna – ap)
 

29 März 2019, 11:19