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Der Dom von Eichstätt Der Dom von Eichstätt 

D: Katholikenforum verteidigt Hanke

Nach dem Finanzskandal im Bistum Eichstätt und Rücktrittsforderungen an Gregor Maria Hanke meldet sich das Forum Deutscher Katholiken zu Wort: Der Bischof sei Opfer, nicht Täter, und man wolle ihn aus einem anderen Grund loswerden.

Das betonte der Forums-Vorsitzende Hubert Gindert am Donnerstagabend im bayerischen Kaufering. Hanke werde in Wirklichkeit unter Druck gesetzt, weil er als „profilierter Verteidiger des katholischen Glaubens“ gelte.

Das Katholikenforum sieht hinter den Vorgängen auch eine Medienkampagne am Werk. Immer wieder werde längst Bekanntes aufgewärmt, „um eine Institution oder eine Person, die dafür steht, zu diskreditieren“. Gegenwärtig gehe es um die katholische Kirche und den Eichstätter Bischof. Mit Finanzen oder sexuellem Missbrauch würden „alle Themen verbunden, die schon lange auf der Agenda des Zeitgeistes stehen: Priesterbild, hierarchische Verfassung der Kirche, Zölibat, Frauenpriestertum“.

Das System Eichstätt

Das Bistum Eichstätt hatte am Dienstag einen Bericht externer Anwälte zu dem vor einem Jahr selbst publik gemachten Finanzskandal veröffentlicht. Darin ist die Rede von verschwundenen Akten, groben Pflichtverletzungen und mangelnden Kontrollen. Eine „klerikale Machtclique“ habe die Leitung des Bischofs untergraben und sei damit neben den bisher von der Staatsanwaltschaft als Beschuldigten geführten Personen hauptverantwortlich für jahrzehntelange Misswirtschaft.

Schon vor dem eigentlichen Finanzskandal im Zusammenhang mit 31 größtenteils ohne Sicherheiten vergebenen Darlehen für Immobilienprojekte in den USA habe der damalige Finanzdirektor und Domdekan unverantwortliche Investments getätigt und dabei einen Schaden in Millionenhöhe verursacht. Der Bericht spricht von einem „System Eichstätt“; er weist Bischof Gregor Maria Hanke und Generalvikar Isidor Vollnhals eine abgestufte Mitverantwortung zu.

Nach der Veröffentlichung des Berichts hatten der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller und die Gruppierung „Wir sind Kirche“ Hankes Rücktritt gefordert. Das im Jahr 2000 gegründete Forum Deutscher Katholiken ist nach eigener Darstellung ein lockerer Verband „papst- und kirchentreuer Katholiken“.

(kna – sk)
 

09 Februar 2019, 11:46