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Muslime beten im Kaschmirtal vor einer Moschee Muslime beten im Kaschmirtal vor einer Moschee  (AFP or licensors)

Österreich: Wiener Zentrum bildet Dialogexperten aus

Junge Menschen aus den fünf Weltreligionen Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus haben am Wiener internationalen Dialogzentrum KAICIID einen einjährigen Fellow-Lehrgang zur Förderung von interkulturellem und interreligiösen Dialog absolviert.

Der vatikanische Kurienbischof Miguel Ayuso Guixot und KAICIID-Generalsekretär Faisal bin Muaammar übergaben den 41 jungen Männer und Frauen aus 25 Ländern bei einer Feier in Wien ihre Dekrete. Ayuso, der als Sekretär des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog Mitglied des KAICIID-Verwaltungsrates ist, rief die jungen Leute dazu auf, in ihrem Heimatländer als „aktive Friedensstifter“ tätig zu sein.

Der Aufbau einer friedlicheren Welt erfordere interkulturellen und interreligiösen Dialog als wesentliche Bausteine, betonte Ayuso. Interreligiöser Dialog dürfe sich dabei nicht nur unter Religionsführern abspielen, sondern unter „so vielen Gläubigen wie möglich“ und in verschiedenen Bereichen der Zivilgesellschaft. Besondere Aufmerksamkeit müsse jungen Männern und Frauen gewidmet werden, in deren Händen die Zukunft ihrer Heimatländer liege.

Dialog bedeutet nicht „Vermischung“ von Religion

Einmal mehr verurteilte der Kurienbischof den Missbrauch von Religion für Gewalt. „Niemand darf den Namen Gottes benutzen, um Gewalt anzuwenden. Im Namen Gottes zu töten, ist ein schweres Sakrileg. Im Namen Gottes zu diskriminieren, ist unmenschlich“, zitierte Ayuso aus einer Rede von Papst Franziskus.

Der Sekretär des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog betonte, dass es beim Religionsdialog nicht um eine „Vermischung“ von Religion gehen dürfe. Alle Beteiligten müssten sich von ihrer jeweiligen „authentischen religiösen Basis“ aus in den Dialog einbringen, nur dann könne dieser effektive Auswirkungen haben.

Afrikanische Union fragte drei Absolventen an

Das einjähriges Aus- und Weiterbildungsprogramm des Dialogzentrums bringt junge Menschen und Geistliche unterschiedlicher religiöser Herkunft und aus allen Kontinenten für Schulungen in Dialogvermittlung, interkultureller Kommunikation und Förderung des sozialen Zusammenhalts zusammen. Die Fellows entwickeln zudem Projekte und lernen, wie sie in ihren Heimatländern selbst „Brücken des Dialogs“ bauen können und Studenten aber auch religiöse Verantwortungsträger im interreligiösen Dialog unterrichten. Insgesamt gibt es mittlerweile mehr als 150 Stipendiaten aus 44 Ländern.

Die KAICIID-Fellows würden auch von Organisationen zunehmend als Experten für den Religonsdialog hinzugezogen, berichtete einer der Verantwortlichen des Dialogzentrums, Anas Alabbadi, bei der Überreichung der diesjährigen Lehrgangsdekrete. Zuletzt habe etwa die Afrikanische Union drei Stipendiaten für das Leitungsgremium ihrer Plattform für interreligiösen Dialogs ausgewählt. Noch bis 5. Dezember läuft die Ausschreibung für den nächsten Stipendiatenlehrgang, der sich dieses Mal vor allem an Interessierte aus europäischen Ländern richtet.

Geld aus Riad

Das KAICIID wurde Ende 2012 von Saudi-Arabien, Österreich und Spanien gegründet und wird mit Geldern aus Riad finanziert. Seit seiner Gründung ist auch der Heilige Stuhl als Ständiger Beobachter in die Arbeit des Dialogzentrums strukturell eingebunden. Geleitet wird das KAICIID von einem multireligiösen Direktorium, dem Vertreter von Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam und Judentum angehören. Die katholische Kirche ist dabei durch Kurienbischof Miguel Ayuso vertreten.

(kap – sk)
 

02 Dezember 2018, 12:59